Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wasserschaden stoppt Spendenfluss: Charity-Boutique Edelkreis bleibt vorerst geschlossen
Hannover Aus der Stadt

Ex-Edelmut in Hannover-Oststadt: Charity-Boutique Edelkreis bleibt wegen Wasserschaden vorerst geschlossen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
11:21 30.01.2020
Aushang für die Kunden: Die Charity-Boutique Edelkreis (Ex-Edelmut) in der Oststadt bleibt wegen eines Wasserschadens voraussichtlich noch bis Mitte Februar geschlossen. Quelle: Petersen
Anzeige
Oststadt

Das Wasser ist mit aller Wucht gekommen. Und zwar durch die Decke. Ein Wasserschaden in der Wohnung über dem Bekleidungsgeschäft Edelkreis an der Friesenstraße 57 ist verantwortlich dafür, dass der Secondhandladen seit November geschlossen ist. „Da in der Wohnung über uns eine Frischwasserleitung geplatzt ist, hat sich das Wasser in kurzer Zeit mit großem Druck und in Mengen Bahn gebrochen“, sagt Geschäftsführer Stefan Heinze. Wände, Mobiliar und der Parkettfußboden seien in kürzester Zeit ruiniert gewesen, der Großteil der Ware indes konnte gerettet werden.

Mitte Februar wieder geöffnet?

Eigentlich sollte der gemeinnützige Laden der Diakonie bereits Anfang Januar wieder öffnen. „Aber in der Weihnachtszeit und in den Ferien haben wir einfach keine Handwerker bekommen“, so Heinze. Mittlerweile ist aber der Parkettleger in der Friesenstraße am Werk, sodass Heinze und das Team aus Ehrenamtlichen hoffen, Mitte Februar wieder Spender und Käufer empfangen zu können. „Wir haben durch die Schließung auch noch kein Geld ausschütten können, die Mitarbeiter müssen zudem über die Projekte im Stadtbezirk entscheiden, die von uns gefördert werden sollen“, sagt Heinze.

Das Konzept von Edelkreis sieht vor, gespendete ausgefallene Modeartikel und Accessoires zu verkaufen. Das Team arbeitet komplett ehrenamtlich, und alle Erlöse gehen zu 100 Prozent in lokale diakonische und kirchliche Projekte. Nachhaltigkeit gehört zum Motto, es werden neben stilvoller Mode auch Schmuck, Bücher, Fair-Trade-Artikel und Ausgefallenes zum schöner Wohnen angeboten.

Aus Edelmut wurde Edelkreis

2016 wurde die wohltätige Boutique noch unter dem Namen Edelmut eröffnet – aus Patentschutzgründen musste sie sich im vergangenen Jahr umbenennen. Die Einrichtung in den Räumen der ehemaligen Zweitausendeins-Buchhandlung am Weißekreuzplatz war minimalistisch gehalten: auf den Kleiderständern hingen Stücke namhafter Designer, an den Wänden Kunst, auf den Tischen stand vor dem Wasserschaden feines Porzellan.

Mit Edelmut eröffnete das Diakonische Werk seinen ersten sogenannten Charity-Secondhandladen in Hannover. Der gesamte Gewinn aus dem Verkauf wird am Ende eines Jahres gespendet – 2018 etwa an das Projekt Kompass, die ökumenische Essenausgabe und die Teilzeitausbildung für junge Mütter.

2018 überreichte die Boutique mehreren Projekten Spendenschecks. Quelle: Tomma Petersen

Idee kommt aus Großburgwedel

Die Idee zu dem innovativen Mix aus Boutique, Café und Edeltrödelladen ist ein Import aus Großburgwedel. Dort betreiben ehrenamtliche Helfer einer Kirchengemeinde seit 2013 Jahren einen Edelkreis-Laden. Gemeinden aus ganz Niedersachsen besichtigen regelmäßig das Vorzeigeprojekt, mit dessen Kopie die Diakonie in Hannover und mittlerweile auch in Osnabrück, Hameln und seit Kurzem auch Celle neue Wege zur Akquirierung von Spenden beschreiten will. „Das Segment der Charity-Läden ist in Deutschland im internationalen Vergleich noch unterentwickelt“, sagt Geschäftsführer Heinze.

Lesen Sie auch

Von Susanna Bauch

Für das Lister-Meile-Fest in Hannover gelten künftig strengere Vorschriften. Konzerte und laute Musikbeschallung müssen um 22 Uhr enden. Mit dem städtischen Ordnungsdienst werde nun ein Einsatzkonzept entwickelt, heißt es in einem Papier. Auch die Polizei soll um Hilfe gebeten werden.

30.01.2020

Die Stadt Hannover und die Stadtreinigung wollen den Bußgeldkatalog für achtlos weggeworfenen Müll und Hundekot verschärfen. Das soll helfen, um Hannover noch sauberer zu machen.

30.01.2020

Nun ist es offiziell: Faurecia soll die Sitzeproduktion für den aufgefrischten T 6 sicherstellen. Die IG Metall kritisiert das scharf.

30.01.2020