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Aus der Stadt Christoph & Oschmann schließt in der City
Hannover Aus der Stadt Christoph & Oschmann schließt in der City
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00:15 23.10.2018
Seit 1939 in Familienhand, jetzt ist Ende November Schluss: Das Berufsbekleidungsgeschäft Christoph & Oschmann am Steintor. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Erneut schließt ein alteingesessenes Fachgeschäft in der City. Seit 1939 verkauft das Fachgeschäft Christoph & Oschmann Berufs- und Sicherheitsbekleidung in der Innenstadt von Hannover. Nach fast 80 Jahren schließt jetzt das Geschäft. Die Konkurrenz aus dem Internet sei zu groß geworden, sagen Geschäftsführer Harald Winterberg und seine Frau Barbara, Enkeltochter des Mitgründers Kurt Christoph. Aber auch die sich ständig verschlechternde Parkplatzsituation im Bereich Lange Laube und die Dauerbaustellen hätten zu der Entscheidung beigetragen. Nur der Großhandel an der Schulenburger Landstraße soll weiterbetrieben werden.

Ähnlich wie bei der Osswald-Schließung

Erst vor einigen Wochen hatte Hannovers letzter zentraler Schreibwarenhändler Osswald seinen Rückzug vom Schiffgraben angekündigt – auch dieses Geschäft will wegen der Internetkonkurrenz nur noch den Großhandel fortführen. „Es ist sehr schade um jedes inhabergeführte Familienunternehmen, das in der Innenstadt aufgeben muss“, sagt City-Manager Martin Prenzler. Hannover sei „weiterhin einer der bedeutendsten Einkaufstandorte Deutschlands“, leide aber wie alle anderen Innenstädten unter dem Rückgang der Passantenzahlen. „Viele Menschen kaufen aus Bequemlichkeit im Internet – und die vielen Baustellen, die Umweltzone und drohende Fahrverbote machen es dem Handel auch nicht gerade leichter.“

In den vergangenen Jahren haben einige inhabergeführte Fachgeschäfte, die in Hannover eine lange Tradition haben, aufgegeben. Eine Übersicht.

Geschäftsführer Winterberg: „Kunden wollen Preise wie im Internet“

C&O, wie das Geschäft kurz genannt wird, hat einen Schwerpunkt auf Berufsbekleidung, viele Hannoveraner haben dort aber über Jahrzehnte auch robuste und trotzdem modische Freizeitkleidung gekauft. „Ob Koch oder Kellner, Zimmermann oder Maurer, Arzt oder Pflegepersonal, Richter oder Anwalt – die meisten Hannoveraner hatten irgendwann in ihrem Berufsleben mit uns zu tun“, sagt Winterberg. Allerdings sei die Beratung in einem Fachgeschäft zeit- und damit kostenaufwendig. „Für die Beratung zu einem Sicherheitsschuh braucht man eine halbe Stunde Zeit“, sagt der Geschäftsführer. „Aber die Kunden wollen Preise wie im Internet, wo nicht probiert werden kann, wo es keine Beratung gibt und wo Firmen geringe Kosten für Personal und Miete haben.“ Bei sechs der 17 Mitarbeiter wurden die Verträge aufgelöst, die anderen arbeiten im Großhandel weiter. „Das alles ist sehr schmerzhaft für uns“, sagt Gründerenkelin Barbara Winterberg.

1939 gegründet in der Osterstraße

1939 war C&O an der Osterstraße gegründet worden und zog 1952 an die Ecke Lange Laube/Münzstraße. Ursprünglich waren in der Obergeschossen eine Näherei mit 45 Näherinnen, Zuschneidern und Büglern untergebracht. Der Fertigungsbetrieb schloss in den Siebzigerjahren, weil er sich nicht mehr lohnte. Inzwischen sind alle Obergeschosse als Büros vermietet.

Haltestelle Steintor bald attraktiver Standort in Hannover

Das soll zum Jahreswechsel auch mit dem Laden im Erdgeschoss passieren. Es schließt zu Ende November, ab Januar können Nachmieter einziehen. City-Manager Prenzler ist sich sicher, dass sich schnell eine neue Nutzung findet. „Die Bauarbeiten am Steintor dort werden 2019 Ende abgeschlossen sein, dann ist das Eckgebäude direkt an der neuen Haltestelle eine exzellente Lage.“ Um das alteingesessene Geschäft aber sei es sehr schade.

Hannover hat hohen Anteil an inhabergeführten Geschäften

Mit einem Filialisierungsgrad von 85 Prozent in der Innenstadt gilt Hannover als Einkaufstadt, in der sich noch viele inhabergeführte Geschäfte gehalten haben. Horstmann + Sander, I.G. von der Linde, Mäntelhaus Kaiser, Parfümerie Liebe, das Haushaltswarengeschäft Weitz oder die Juweliere Stichnoth gehören zu den bekannten Namen, darüberhinaus gibt es vor allem in der Oster- und Karmarschstraße viele individuelle Geschäfte. Bei den bundesweiten Passantenzählungen kommen Bahnhof- und Georgstraße sowie die Große Packhofstraße immer wieder auf Top-Werte. Allerdings sinken wie in allen anderen Großstädten auch hier die Gesamtzahlen der flanierenden Kunden.

Verkaufsoffener Sonntag in Hannover am 4. November

Die Innenstadt rüstet sich und will mit mehr Sauberkeit und Service punkten. Zudem soll es wieder häufiger verkaufsoffene Sonntage geben. Der nächste ist am 4. November in Hannover.

Von Conrad von Meding

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