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Aus der Stadt Personalnot im Rathaus? 2500 Mitarbeiter gehen in den Ruhestand
Hannover Aus der Stadt

Fachkräftemangel in der Stadt: Personalrat schlägt Alarm: 2500 Stadtmitarbeiter gehen in den Ruhestand

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12:58 14.08.2019
Im Rathaus wird der Fachkräftemangel zum Problem. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Es gibt viele ältere Mitarbeiter, Nachwuchs ist schwer zu finden und die Anforderungen steigen – Hannovers Stadtverwaltung steckt in einem Dilemma. Schon jetzt fehlen Fachkräfte wie Ingenieure und Sozialarbeiter. Derzeit sind nach Angaben der Stadtverwaltung 620 Stellen unbesetzt, das sind 6,4 Prozent des gesamten Stellenplans.

Zudem gehen in den kommenden zehn Jahren mehr als 2500 Beschäftigte in den Ruhestand. Vor diesem Hintergrund schlägt der Personalrat Alarm. „Wir brauchen gute Strategien, wie wir Personal gewinnen können“, sagt die Vorsitzende des Gremiums, Karin Gödecke.

Von einem neuen Oberbürgermeister, der Ende Oktober gewählt wird, wünscht sie sich mehr Investitionen in Personal und nicht nur in Gebäude. „Auf einen hektischen Umbau der Dezernate sollte der neue Rathauschef oder die neue Rathauschefin ebenfalls verzichten“, sagt Gödeke.

Führungskräfte fehlen, aber auch Sachbearbeiter

Die Stadtverwaltung sucht derzeit besonders in technischen Berufen nach Fachkräften. Dazu zählen Wirtschaftsinformatiker, Ingenieure und Techniker. Bedarf gibt es auch an Erziehern und Altenpflegern. „Für die Stadtverwaltung wird es immer schwieriger, ausreichend qualifizierte Bewerbungen für Führungspositionen in allen Bereichen zu erhalten“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Nicht nur an hoch qualifizierten Mitarbeitern mangelt es, auch Sachbearbeiter fehlen, etwa im Fachbereich Soziales. Den Bedarf in klassischen Verwaltungsberufen decke die Stadt über die eigene Ausbildung.

Die Probleme verschärfen sich, wenn altersbedingt immer mehr Mitarbeiter ausscheiden. Betroffen sind nicht nur Ämter, Technikabteilungen, Kitas und Altenheime. Auch im handwerklichen Bereich wird die Stadt neue Fachkräfte einstellen müssen, etwa Gärtner, Schulhausmeister, Kraftfahrer, Kanalbetriebsarbeiter sowie Küchen- und Reinigungshilfen. „Erwartet wird, dass der Fachkräftemangel sich in den Berufsgruppen, die überall stark nachgefragt werden, weiter verstärkt“, sagt Kalmus.

Gestiegene Zahl von Burn-out-Erkrankungen

Die Mitarbeiter bekommen den Mangel schon jetzt zu spüren. „Die gestiegene Zahl der Überlastungsanzeigen und Burn-out-Erkrankungen spricht eine deutliche Sprache“, sagt Personalratschefin Gödeke. Weitere Arbeitsverdichtung müsse verhindert werden. Vor diesem Hintergrund sei es nicht hinzunehmen, dass Kämmerei und Personaldezernat immer wieder den Rotstift ansetzten, wenn es um eine Ausweitung des Stellenplans geht.

Tatsächlich brach zwischen Personalrat und Kämmerei im vergangenen Jahr Streit aus, als es um den neuen Stellenplan ging. 1311 zusätzliche Posten haben die Fachbereiche beantragt, vom Personaldezernat wurden 874 als „plausibel“ anerkannt. Kämmerer Axel von der Ohe (SPD) waren das noch immer zu viele. Etwa 90 Stellen strich er von der Liste.

Tarife nicht wettbewerbsfähig

Der städtische Personalrat wünscht sich jetzt noch mehr Engagement beim Gewinnen von neuen Mitarbeitern. Zwar tue die Stadt schon viel, sagt Gödeke, aber die Verwaltung könne noch mehr ausbilden, um sich eigene Fachkräfte heranzuziehen. „Zudem wünschen wir uns eine vorausschauende Personalplanung“, sagt die Vorsitzende. Wenn jemand in absehbarer Zeit in Rente gehe, müsse das berücksichtigt werden. Vor allem müsse die Arbeit im öffentlichen Dienst besser bezahlt werden. „Mit unseren Tarifen sind wir nicht wettbewerbsfähig“, sagt Gödeke. Da müsse der Arbeitgeber bei den kommenden Tarifverhandlungen nachsteuern.

Von Andreas Schinkel

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