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Aus der Stadt Jetzt kommen die Motorsägen: 953 Bäume in Hannover werden gefällt
Hannover Aus der Stadt

Fällsaison in Hannovers Wäldern beginnt: 953 Bäume müssen weichen

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10:00 16.11.2021
Motorsägen werden in den Stadtwäldern demnächst häufiger zu hören sein.
Motorsägen werden in den Stadtwäldern demnächst häufiger zu hören sein. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

In den Stadtwäldern wie etwa Eilenriede, Bockmerholz, Gaim oder Mecklenheider Forst beginnt am Donnerstag, 18. November, das alljährliche Sägen. Bis März müssen insgesamt 953 Bäume gefällt werden, weil sie entweder krank oder komplett abgestorben sind. „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht stellen sie eine potenzielle Gefahr für den Menschen dar“, teilt der städtische Forstbetrieb mit.

Weniger Fällungen als im vergangenen Jahr

Die Bäume leiden nach wie vor unter den Witterungsextremen der vergangenen Jahre; insbesondere unter dem Dürresommer 2018. Das betrifft vor allem Laubbäume. So werden die Forstarbeiter 289 Rotbuchen absägen und verarbeiten, danach handelt es sich in dieser Reihenfolge um Eiche, Birke, Ahorn sowie um die Nadelbaumarten Fichte und Kiefer. Immerhin sind es insgesamt weniger Exemplare als noch in der vergangenen Saison. Damals standen 1135 Bäume auf der Liste und damit so viele wie nie zuvor.

Stadt lässt Eichenbestände durchforsten

Allerdings kommt im Februar und März eine Zusatzaufgabe auf die Waldarbeiter zu. Sie werden dann dicht stehende Eichenbestände durchforsten. Weil Eichen viel Licht für ihr Wachstum benötigen, müssen störende Einzelbäume entnommen werden. Hannovers Stadtwälder sind zertifiziert, tragen also ein Qualitätssiegel. „Die Durchforstungen wurden in diesem Jahr bei einem Audit zur dringenden Auflage gemacht, um die Zertifizierung zu erhalten“, erläutert die Stadt. In den vergangenen drei Jahren sind diese Aktionen unterblieben, weil die Waldarbeiter ausschließlich mit dem Fällen von nicht mehr standsicheren Bäumen beschäftigt waren.

Inventur in den Wäldern läuft

Wie umfangreich die durch den Klimawandel verursachten Schäden in den Wäldern insgesamt sind, ermittelt die Stadt derzeit durch eine Inventur. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Bestandsaufnahme dient als Grundlage für das sogenannte Forstbetriebswerk, einen Zehnjahresplan zur Nutzung der Wälder. Darin wird der erlaubte Holzeinschlag ebenso festgelegt wie Flächen, auf denen die Arbeiter überhaupt nicht eingreifen und die sich selbst überlassen bleiben.

Wegen der aktuellen Fällarbeiten kann es bis März immer wieder dazu kommen, dass der Forstbetrieb Wald- und Feldwege sperren muss. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden es nach Möglichkeit vermeiden, dass Hauptwege während des Berufsverkehrs betroffen sind“, kündigt die Stadtverwaltung an.

Von Bernd Haase