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Aus der Stadt Falscher Polizist kommt mit Bewährungsstrafe davon
Hannover Aus der Stadt

Falscher Polizist kommt mit Bewährungsstrafe davon

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18:32 14.05.2019
Der Angeklagte Andrzei D. hatte sich als falscher Polizist ausgegeben. Quelle: Polreich
Hannover

Ein 31-jähriger Pole hat am Dienstag vor dem hannoverschen Amtsgericht gestanden, im Dezember 2015 eine Seniorin um 900 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von mehr als 5000 Euro gebracht zu haben. Andrzei D. hatte sich als Polizist ausgegeben und hatte dem Opfer gemeinsam mit einem bis heute unbekannten Komplizen eine erfundene Geschichte aufgetischt, um an das Geld und die Wertgegenstände zu gelangen. Mit der Beute, darunter auch einen vom Vater der Seniorin gefertigten Brillant-Ring, finanzierte er seine Drogensucht. Das Urteil für den mehrfach Vorbestraften fiel milde aus: Amtsrichterein Svenja Tittelbach-Helmrich verhängte eine Bewährungsstrafe. Der 31-Jährige wurde noch im Gerichtssaal aus der Untersuchungshaft entlassen.

Andrzei D. übernahm bei dem Trickbetrug die Rolle des Geldabholers. Dazu sollte der Pole, der kaum Deutsch spricht und im Prozess die Hilfe einer Dolmetscherin benötigte, sich ein paar deutsche Floskeln wie „Guten Tag“ oder „Dankeschön“ einprägen. Sein Komplize hatte die Seniorin zuvor bereits am Telefon bearbeitet. Ihr Sohn sei in einen schweren Unfall verwickelt und benötigte dringend Geld, erklärte der angebliche Polizist der Frau am Telefon. Sein Kollege werde gleich vorbei kommen und das Geld abholen.

Seniorin nahm das Geld aus den Weihnachtskarten

In der Wohnung übergab die Frau D. zunächst nur 500 Euro in bar. Als der angebliche Polizist zu verstehen gab, dass die Summe nicht reichen werden, öffnete die Frau die gerade verfassten Weihnachtskarten an Verwandte und Freunde und holte aus den Umschlägen weitere 400 Euro, die sie eigentlich verschenken wollte. Zum Schluss übergab sie dem falschen Beamten auch ihren Familienschmuck.

Statt die Beute mit seinem Komplizen zu teilen, verkaufte der Angeklagte den Brillant-Ring und gab den Erlös von 350 Euro und die 900 Euro für Drogen aus. Was mit den übrigen Schmuckstücken geschehen ist, daran konnte sich der 31-Jährige nicht mehr erinnern. Anschließend flüchtete er nach Polen. Dort wurde er Ende Oktober festgenommen und einen Monat später nach Deutschland überstellt. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Amtsrichterin Tittelbach-Helmrich hielt dem Angeklagten sein Geständnis und den Umstand zu Gute, dass sich das Verfahren ungewöhnlich in die Länge gezogen hatte. Sie verurteilte den 31-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die Strafe wurde für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. In dieser Zeit darf sich Andrzei D. nichts mehr zu Schulden kommen lassen, sonst droht ihm eine Verbüßung der Strafe im Gefängnis.

Von Tobias Morchner

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