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Aus der Stadt Finanzdezernentin Andrea Fischer hört auf
Hannover Aus der Stadt

Finanzdezernentin Andrea Fischer hört auf

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21:12 28.01.2020
Andrea Fischer und Regionspräsident Hauke Jagau. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Region Hannover sucht eine neue Leitung für das Finanzdezernat. Die Amtszeit der derzeitigen Amtsinhaberin Andrea Fischer läuft am 11. November nach acht Jahren aus, die Grünen-Politikerin steht für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Das hat Regionspräsident Hauke Jagau am Dienstag dem Regionsausschuss mitgeteilt.

Die 60-Jährige sagte, sie wolle sich neuen Aufgaben zuwenden. Aktuell bereite sie sich auf eine Arbeit als Berufsbetreuerin vor. „Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, der Bedarf an Betreuung ist gewachsen und die Aufgabe ist eine neue Herausforderung für mich.“ Darüber hinaus wolle sie sich weiter ihren Ehrenämtern widmen. Unter anderem berät Fischer das Bistum Hildesheim bei der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs. Regionspräsident Jagau hob die guten Ergebnisse der Amtszeit von Fischer hervor. Sie habe gleichzeitig für einen Schuldenabbau und für sinnvolle, nachhaltige Investitionen gesorgt.

Unzufriedenheit in der Politik

In der Regionspolitik gibt es große Unzufriedenheit mit der Finanzdezernentin Fischer. Sie sei in all den Jahren kaum wahrnehmbar gewesen. Selbst bei den Grünen hatte der Rückhalt stark nachgelassen. In der Regionsversammlung wird ihr vorgeworfen, am Streit mit den Kommunen über die Regionsumlage mitschuld zu sein. Sie habe mit den Städten und Gemeinden einfach nicht ausreichend über die Finanzen geredet. Eine schlechte Figur machte Fischer auch vor einigen Jahren als damalige Aufsichtsratschef des Regionsklinikums: Ihr gelang es nicht, den Streit zwischen den beiden mächtigen Männern an der Spitze, Norbert Ohnesorg und Diethelm Hansen, zu befrieden. Schließlich übernahm Jagau den Aufsichtsratsposten und warf die beiden Streithähne raus.

Die Grünen-Politikerin Fischer war unter Bundeskanzler Gerhard Schröder Bundesgesundheitsministerin. Im Zuge der BSE-Krise musste sie im Jahr 2001 zurücktreten.

Unklar ist, ob das wichtige Finanzdezernat wieder mit einem Mitglied der Grünen besetzt wird. Derzeit stellen SPD (Ulf Birger Franz, Andrea Hanke) und CDU (Cora Hermenau, Christine Karasch) jedenfalls zwei Dezernenten. Möglich wäre auch ein Wechsel: Hermenau, zuständig für öffentliche Sicherheit und EU-Angelegenheiten, war jahrelang Staatssekretärin im Finanzministerium.

Das Vorschlagsrecht für die Dezernentenstellen hat der Regionspräsident, die Regionsversammlung trifft die Entscheidung.

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Von Mathias Klein

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