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Aus der Stadt Flüchtling vergeht sich in Unterkunft an orientierungsloser Frau
Hannover Aus der Stadt Flüchtling vergeht sich in Unterkunft an orientierungsloser Frau
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00:19 10.02.2019
Omer Saleh M. wurde von der Polizei in den Gerichtssaal gebracht. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

 Ein 29-jähriger Iraker, der seit Jahren in der Flüchtlingsunterkunft Karlsruher Straße lebt, ist am Donnerstag vom Amtsgericht wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von 16 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Omer M. hatte im September 2017 eine angetrunkene und orientierungslose Frau, Mutter von zwei Kindern, in die Containeranlage in Mittelfeld eingeschleust und sich an der damals 34 Jahre alten Frau vergangen. Einbezogen in die Haftstrafe wurden zwei andere Delikte: ein Diebstahl und die sexuelle Belästigung eines Mannes. Diese Taten beging der Asylbewerber ebenso nach dem Geschehen in der Karlsruher Straße wie zwei weitere Delikte, für die M. bereits zu einer fünfmonatigen Haftstrafe verurteilt wurde. Er hatte zwei 17-jährigen Jugendlichen im Maschpark an die Brust und unter das Kleid gefasst.

Polizei holt Angeklagten ab

Der Prozessauftakt im Amtsgericht geriet holprig, denn der Angeklagte fehlte. Daraufhin beauftragte Richterin Svenja Tittelbach-Helmrich die Polizei, den Gesuchten in seiner Unterkunft aufzusuchen und in den Saal zu bringen. Dies gelang, doch behauptete der pöbelnde M. zunächst, nicht verhandlungsfähig zu sein. Ein Atemalkoholtest vor Ort ergab einen Promillewert von 2,36, doch stellte sich heraus, dass der an Alkohol gewöhnte Mann die an ihn gerichteten Fragen durchaus beantworteten konnte.

Allerdings wich M.s Version erheblich von den Aussagen des Opfers ab. Die Frau habe sich an besagtem Sonnabend in den frühen Morgenstunden zu ihm in eine Stadtbahn Richtung Süden gesetzt und halb schlafend den Kopf an seine Schulter gelehnt. Aus reiner Freundlichkeit habe er sie auf sein Zimmer mitgenommen und sei mit ihr eingeschlafen; zu sexuellen Übergriffen sei es nicht gekommen. Die Aussagen des Angeklagten waren von Weinerlichkeit und gelegentlichen aggressiven Ausfällen geprägt.

Frau erwacht halb nackt

Die Frau erzählte eine ganz andere Geschichte. Sie habe in jener Nacht mit Freunden in der City gefeiert und etwa fünf bis sechs Bier getrunken, als ihr auf dem Heimweg morgens gegen drei Uhr plötzlich schwarz vor Augen geworden sei. Möglicherweise hatte man ihr in einer Bar K.o.-Tropfen in ein Getränk geträufelt; es gibt allerdings keinerlei Hinweise, dass M. damit etwas zu tun hatte. Aufgewacht sei sie erst wieder am nächsten Morgen, so die 35-Jährige, mit bloßem Unterleib und zerrissenem BH neben dem nackten M. liegend. Er habe ihre Brüste berührt, ihre Beine auseinander gedrückt und dabei onaniert. Als sie sich wehrte und auf seine Aufforderungen zum Geschlechtsverkehr nicht einging, habe er ihr einen Faustschlag versetzt. Das Opfer flüchtete in ein Bad und schaffte es kurze Zeit später, die Unterkunft zu verlassen.

Nach Ansicht des Staatsanwalts, der eine 16-monatige Haftstrafe für M. gefordert hatte, sah der Iraker die Frau als leichte Beute an, um seine sexuellen Gelüste zu befriedigen. Anwältin Elif Gencay, die das Opfer vertrat, wies darauf hin, dass die Frau neben etlichen Blutergüssen vor allem erhebliche seelische Schäden davontrug. Sie war sechs Monate arbeitsunfähig, leidet seit der Tat unter Depressionen und nimmt Psychopharmaka ein. Verteidiger Frank Jähne machte sich die Aussagen seines Mandanten zu eigen und plädierte auf Freispruch. Demgegenüber erklärte Richterin Tittelbach-Helmrich: „Ich habe nicht den Hauch eines Zweifels, dass die Darstellung der Geschädigten stimmt.“

Ob M., dessen Asylantrag bereits abgelehnt worden ist, die Haftstrafe absitzen muss oder vorher, währenddessen oder anschließend in den Irak abgeschoben wird, ist noch offen. Zunächst einmal muss das Urteil des Amtsgerichts rechtskräftig werden.

Von Michael Zgoll

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