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Aus der Stadt Flughafen Hannover: Nachtflüge auf Dauer erlaubt
Hannover Aus der Stadt

Flughafen Hannover: Nachtflug-Genehmigung soll dauerhaft gelten

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10:04 19.05.2019
Eine Boeing 737-800 fliegt zur blauen Stunde über den Flughafen Hannover. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Hannover

Keine Nachtruhe für den Flughafen Hannover: Der Entwurf für die neue Nachtflugregelung liegt vor. Sie gilt dauerhaft, stellt ein Sprecher des Ministeriums klar, jedoch nur mit Auflagen.

Das Ministerium schlägt vor, die eingeschränkte Betriebserlaubnis für den Flughafen zu entfristen. Voraussetzung seien der Verzicht auf Trainingsbetrieb, auf besonders laute Flugzeugtypen und auf Turbinenprüfungen. Damit werde auch auf Beschwerden von Bürgerinitiativen reagiert.

Mehr zum Thema: Land will nur lauteste Maschinen verbieten.

Nach Informationen des Ministeriums hätten im vergangenen Jahr – bemessen nach der künftigen Regelung – nur insgesamt 26 Flugzeuge aufgrund ihrer Typenklasse zwischen 23 und 6 Uhr nicht in Langenhagen starten oder landen dürfen. Das Ministerium setzt allerdings auf den weiter zunehmenden Einsatz leiserer Triebwerke.

Die neuen Regelungen sollen am 11. Juni bei einer Podiumsdiskussion in Langenhagen vorgestellt werden. So will das Land wohl dem Protest der Anwohner zwischen Garbsen und Isernhagen begegnen.

Direkte Bürgerbeteiligung nicht vorgesehen

Die betroffenen Kommunen können zu dem Gesetzesentwurf ebenso Stellung nehmen wie ansässige Unternehmen und Airlines, Verbände, die Flugsicherung, die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen oder Mitglieder der Fluglärmschutzkommission. Mit dem Erlass der künftigen Betriebsbeschränkungen ist daher frühestens im Oktober zu rechnen. Eine direkte Bürgerbeteiligung ist laut Ministerium rechtlich nicht vorgesehen.

Viel Einfluss werden die Kommunen wohl nicht mehr nehmen können. „Das Verfahren läuft im Hintergrund bereits ziemlich weit“, erklärt der Langenhagener Baudezernent Carsten Hettwer. Das Ministerium habe seinen Entwurf vorgelegt. „Um es deutlich zu sagen“, hielt Hettwer fest, „als Kommune und Verwaltung stehen wir ziemlich hilflos daneben.“

Mehr lesen: Nächtlicher Fluglärm: Resolution verhallt wohl ungehört.

Bei Nachtflugverbot droht Umsatzausfall

„Die neue Regelung enthält eine Verschärfung der Lärmklassen“, sagte ein Flughafensprecher. Das Ministerium begründet das mit technischen Entwicklungen im Luftverkehr hin zu immer leiseren Flugzeugen. Die hätten Spielräume eröffnet, um die einzuhaltenden Lärmgrenzwerte künftig enger als bisher zu fassen.

Der 24-Stunden-Betrieb hat für den Hannover Airport nach dessen Darstellung eine immense wirtschaftliche Bedeutung. Unter Verweis auf ein aktuelles Gutachten schätzen die Betreiber den Umsatzausfall bei einem Nachtflugverbot auf gut 28 Prozent. Darüber hinaus würde in diesem Fall etwa die Hälfte am Flughafen stationierten Flugzeuge abgezogen.

„Wir würden einen Verlust von etwa 1,45 Millionen Fluggäste erwarten. Außerdem wären bis zu 2358 Beschäftigungsverhältnisse in der Region Hannover, 1339 auf dem Flughafengelände und 1019 in der restlichen Region gefährdet“, heißt es in einer Erklärung des Flughafens. Im Vorjahr verzeichnete der Flughafen in der Zeit zwischen 22.00 und 6.00 Uhr insgesamt 15 869 Starts und Landungen.

Mehr lesen: Wieviel Schallschutz genießen Flughafen-Anlieger künftig?

Einziger Flughafen mit 24-Stunden-Betrieb

Der im Norden der Landeshauptstadt gelegene Flughafen mit seinem 24-Stunden-Betrieb hat 2018 einen Rekordwert von 6,32 Millionen Passagieren abgefertigt. Hannover ist Norddeutschlands einziger Verkehrsflughafen, der rund um die Uhr angeflogen werden kann. Er ist für bis zu 80 Starts und Landungen pro Stunde ausgelegt.

Die Anteilseignerstruktur wurde jüngst neu aufgestellt. Der britische Finanzinvestor Icon Infrastructure hält nun einen 30-Prozent-Anteil. Die restlichen 70 Prozent entfallen zu gleichen Teilen auf die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen. Beliebteste Flugziele sind Palma de Mallorca, München und Antalya. Neu im Plan sind Flüge nach Samos, Thassos und Preveza in Griechenland sowie Zadar in Kroatien.

Von RND/dpa/nea

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