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Aus der Stadt 80 Initiativen suchen Ehrenamtliche im Pavillon
Hannover Aus der Stadt 80 Initiativen suchen Ehrenamtliche im Pavillon
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00:16 05.03.2019
Bei der Freiwilligenbörse im Pavillon finden Sonnabend Initiativen und zukünftige Ehrenamtliche zusammen. Quelle: Villegas
Hannover

Für Thea Kreyenborg kommt die 8. Hannoversche Freiwilligenbörse am Sonnabend im Pavillon gerade zum richtigen Zeitpunkt. „Ich höre nächstes Jahr auf zu arbeiten und möchte etwas Sinnvolles tun, nicht nur Sport machen und reisen“, erklärt die 62-Jährige. Neben der Berufstätigkeit als Informatikerin blieb für zusätzliches Engagement keine Zeit. Nun lässt sich Kreyenborg von Angelika Becker den Partnerbesuchsdienst für Senioren und den Großelterndienst des Diakonischen Werks erläutern. „Die Freiwillige trifft sich einmal pro Woche mit dem Kind. Ich würde mich total freuen, wenn wir dafür jemand Neues finden“, sagt Becker strahlend. Wahrscheinlich hat sie Glück. Thea Kreyenborg kann sich beide Dienste gut vorstellen.

Bei der 8. Hannoverschen Freiwilligenbörse finden Vereine und Bürger zueinander.

Mehr als 80 gemeinnützige Organisationen stellen sich bis 18 Uhr im Pavillon am Raschplatz vor und zeigen, wo ehrenamtliche Arbeit in Hannover gefragt ist. Und das scheint in fast jedem Lebensbereich der Fall zu sein. Feuerwehr und Rettungsdienste, Sportvereine, Museen, Umweltinitiativen, Jugend- und Seniorengruppen, sie alle brauchen Freiwillige für ihre wichtige Arbeit. So werben Nora Serafin und Ines Hoffmann von Amnesty International um neue Mitstreiter für die Menschenrechtsorganisation, die sich mit Petitionen für unschuldig Inhaftierte einsetzt.

Börse läuft zum ersten Mal in der City – 5.000 Besucher kommen

Rund 5.000 Besucher strömen in den Pavillon. Der Wechsel der Freiwilligenbörse in die City bewährt sich: Zum alten Standort in Herrenhausen kamen 2.000 bis 3.000 Interessierte. „Es stellen sich auch deutlich mehr Organisationen vor als in den Vorjahren“, sagt Koordinatorin Annette Reus von der Stadt. Die Feuerwehr lockt außerdem mit einen Teleskop-Hubwagen.

Den Trend, sich nicht mehr längerfristig an einen Verein zu binden, greift die Initiative Serve The City Hannover auf. Sie bietet Möglichkeit zum Engagement für eine Woche, einen Tag oder ein paar Stunden. „Wir fragen bei Einrichtungen nach, was sie brauchen. Oder Leute, die uns kennen, haben eine Idee“, erklärt Linda Wehle. So wünscht sich ein Flüchtlingsheim einen Spielenachmittag für Kinder und Erwachsene. „Wir haben auch schon Dankeschön-Körbe für Pflegekräfte oder Polizisten gebastelt, weil deren tolle Arbeit oft nicht gesehen wird.“

Aktiv für andere anpacken

Ausbildungspate André Wranek erzählt Karina Rossow, wie er Schülern bei der Suche nach dem richtigen Beruf hilft. „Ich finde es wichtig, selbst etwas zu geben“, sagt der 31-Jährige. Aus demselben Antrieb sucht Karina Rossow nun ein neues Feld. „Ich bin zwar beruflich sehr eingespannt, aber ich will nicht nur an mich denken, sondern aktiv anpacken.“ Die Ausbildungspaten sind ihr sympathisch, auch Umweltschutz interessiert die 28-Jährige.

Die Stadt organisiert die Freiwilligenbörse gemeinsam mit dem Netzwerk Bürgermitwirkung, zu dem zahlreiche Einrichtungen wie die Selbsthilfeorganisation Kibis und das Diakonische Werk gehören. Es gibt Schätzungen, dass mehr als 150.000 Bürger pro Woche in Hannover ehrenamtlich aktiv sind und dabei mehr als 500.000 Stunden ableisten. Umfragen zufolge können sich weitere 30 Prozent der Einwohner vorstellen, sich freiwillig zu engagieren.

Von Bärbel Hilbig

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