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Aus der Stadt Freundeskreis will Hannover aufmischen
Hannover Aus der Stadt Freundeskreis will Hannover aufmischen
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00:17 21.03.2019
Mit hannoverscher Freiheitsstatue (v. li.): Matthias Görn, Katharina Sterzer und Jörn Hutecker wollen im Freundeskreis noch mehr Impulse setzen. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die Stadt steht am Scheidepunkt. Immer tiefere Konflikte um Mobilität (Autos gegen Fahrräder), das Aufsteigen hipper Stadtteile und der Niedergang prekärer Gebiete, dazu die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche, die Gewinner und Verlierer produziert – eindringlich warnte bei der Jahresversammlung des Freundeskreises Hannover der Stadtforscher Julian Petrin davor, dass die Gesellschaft vor einer Spaltung steht. Sein Rezept dagegen: „Wir erobern uns selbst die Räume“, alle müssen sich mehr einmischen. Zum Beispiel im Freundeskreis. „Hannover hat ein Pfund, dass es hier so viele Leute gibt, die positiv gestalten wollen“, sagte Petrin. Und war damit natürlich genau an der richtigen Adresse.

Der Freundeskreis erfindet sich gerade neu. Die Mitgliederzahlen sind 2018 zwar der offiziellen Statistik zufolge um 40 auf 1398 gewachsen, aber der genaue Blick zeigt: Sowohl die Zahl der Privat- wie auch der Firmenmitglieder hat leicht abgenommen. Der Vorstand um Matthias Görn und Jörn Hutecker will jetzt gegensteuern.

Kiezspaziergänge und Stadtgespräche will der Freundeskreis vermehrt anbieten

Künftig soll es noch mehr neue Veranstaltungsformate geben, etwa Stadtgespräche mit prominenten Hannoveranern an ungewöhnlichen Orten wie dem Lux in Linden. Oder Kiezspaziergänge an Lieblingsorte der Mitglieder. Pointiert formulierte es der Alt-Geschäftsführer Erwin Schütterle als Appell an die im Pavillon Versammelten: „Erwartet nicht, dass der Freundeskreis euch bespaßt, sondern bringt euch selbst ein – gemeinsam schaffen wir ein Stück Heimat.“

Mit einem charmanten Angebot will der Verein auch für Neubürger attraktiv werden. Firmen können Sammelmitgliedschaften abschließen, sodass zugezogene Mitarbeiter die Vorzüge der Stadt über den Freundeskreis kennenlernen können, schlug Vizechef Hutecker vor. Das gab Applaus.

Gespräche zum „Walk of Fame“ in der Georgstraße

Ideen gibt es genug. Zu dem im Vorjahr vorgestellten Projekt, bekannte Hannoveraner mit einem „Walk of fame“ aus Bronzeplatten auf der Georgstraße zu würdigen und mit einem parallelen Digitalangebot die Besonderheiten der Stadt herauszustellen, habe es jetzt erste Gespräche mit Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf gegeben, sagte Vereinsvorstand Görn: „Gutes braucht manchmal eben etwas Zeit.“ Gründungsmitglied Peter Hansen schlug vor, Geld zu sammeln, damit das Kulturzentrum Pavillon endlich sein Obergeschoss ausbauen kann – 1000 Quadratmeter Fläche stehen dort mitten im Stadtzentrum ungenutzt leer.

Vor allem aber treibt den Verein die Zukunft Hannovers um. Stadtforscher Petrin berichtete, dass Städte wie Hamburg. Groningen oder Madrid längst viel Geld für innovative Entwicklungen ausgäben. Da gehe es um Lebensqualität („Die echte Smart-City muss nicht nur digital, sondern auch klimaneutral sein“), aber auch um neue Formen des Zusammenlebens. Es müsse Schluss sein mit langweiligen Bürgerbeteiligungen, stattdessen müssten interessierte Bürger wirklich mitgestalten dürfen. Etwa zur Frage, wie eine Mobilität funktioniert, bei der sich jeder unabhängig vom Geldbeutel fortbewegen kann, was nicht unbedingt der Anspruch der modernen Anbieter wie Moia oder Car2go ist. Oder zur Frage, wie ein Zusammenleben in Städten funktioniert, in denen die Menschen immer unterschiedlicher sind.

Musik, Reden und ein paar Ehrungen: Impressionen der Jahresversammlung 2019 des Freundeskreis´ Hannover.

Der Freundeskreis wolle sich dieser Themen annehmen und kontrovers diskutieren, versprach Hutecker. Gelegenheit dazu biete man genug, pries Geschäftsführerin Katharina Sterzer an: Für knapp 50 Euro Mitgliedsbeitrag habe es im vergangenen Jahr mehr als 50 Veranstaltungsangebote gegeben.

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2018: Die Idee für den „Walk of fame“ auf der Georgstraße

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Von Conrad von Meding

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