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Aus der Stadt So teuer sind Beerdigungen in Hannover
Hannover Aus der Stadt So teuer sind Beerdigungen in Hannover
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00:24 19.11.2018
Gräber auf dem Stadtfriedhof Hannover-Lahe.
Gräber auf dem Stadtfriedhof Hannover-Lahe. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Die Friedhofsgebühren sind in einigen Regionskommunen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Landeshauptstadt hat sich mit Steigerungen weitgehend zurückgehalten, im Regionsvergleich sind die Friedhofsgebühren aber hier in den meisten Bereichen mit am höchsten. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die der Steuerzahlerbund und der Verbraucherschutzverband Aeternitas am Freitag in Hannover vorgestellt haben.

Die Gebühren für Grabnutzung und Beisetzung bei einer Erdbestattung im Reihengrab betragen auf den städtischen Friedhöfen in Hannover 1.966 Euro. Damit sind diese Gebühren im Vergleich zur letzten Untersuchung des Steuerzahlerbundes vor 7 Jahren unverändert geblieben. Die höchsten Gebühren in dieser Kategorie müssen in Niedersachsen in Osterode mit 4096,99 Euro berappt werden. Die höchsten Gebühren in der Region kassiert Uetze mit 2580 Euro, am preiswertesten sind die Reihengäber regionsweit in Garbsen (1360 Euro). In Walsrode gibt es ein solches Grab schon für 1046 Euro.

Bei den immer beliebter werdenden Urnenbeisetzungen in anonymen Grabstätten sind die Gebühren in Hannover im landesweiten Vergleich relativ niedrig. Hier kostet eine Grabstätte 926 Euro. In der Region ist es in Seelze am teuersten (1131 Euro). Landesweiter Spitzenreiter ist Wallenhorst mit 1900 Euro. In der Region ist in dieser Kategorie Laatzen (416 Euro) am günstigsten.

Besondere Erwähnung in der Untersuchung findet die Stadt Ronnenberg. Dort sind die Gebühren in den vergangenen sieben Jahren erblich gestiegen, in einigen Bereichen sogar um mehr als das eineinhalbfache. So wurde die Gebühr für ein Urnenreihengrab um 158 Prozent auf 1227 Euro erhöht, für ein Urnenwahlgrab um 124 Prozent auf 1809 Euro und für ein Erdwahlgrab um 101 Prozent auf jetzt 2829 Euro.

Positiv fällt Langenhagen auf. Dort wurde die Gebühr ein Erdwahlgrab um 18 Prozent gesenkt, auf jetzt 2941,20 Euro, das ist aber nur wenige Euro preiswerter als in den Nachbarkommunen Hannover und Isernhagen.

Der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Bernhard Zentgraf, meinte, die kommunalen Friedhofsverwaltungen steckten in einem Dilemma. Zwar gebe es nicht weniger Sterbefälle, aber immer weniger Bestattungen auf den kommunalen Friedhöfen. Das liege daran, dass viele Angehörige im Trauerfall auf umliegende Kommunen oder auf die meist preiswerteren kirchlichen Friedhöfe, sowie auf Friedwälder auswichen. Daher müsse zum einen geprüft werden, ob die Friedhofsverwaltungen effizient aufgestellt seien. Außerdem sollte nach Ansicht Zentgrafs untersucht werden, ob die Friedhöfe tatsächlich noch so groß sein müssten, wie geplant.

Für die Untersuchung hatten Aeternitas und der Steuerzahlerbund 94 Städte angeschrieben –alle niedersächsischen Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern sowie Bremen und Bremerhaven. Nicht berücksichtigt wurden zwölf Kommunen, in denen es nur kirchliche Friedhöfe gibt. Von vier Kommunen gab es keine Daten, auch nicht im Internet.

Zentgraf kritisierte die Weigerung der Landeshauptstadt den Fragebogen für die Untersuchung von Aeternitas auszufüllen. Statt dessen habe die Stadt lediglich auf ihre Internetseite verwiesen.

Von Mathias Klein