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Aus der Stadt Alarm in Hannover: In einem Uni-Labor tritt hochgiftiges Gas aus
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Gasalarm in Hannover: In einem Uni-Gebäude in der Nordstadt tritt eine hochgiftige Borverbindung aus

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23:22 25.01.2020
Die Spezialkräfte der Feuerwehr tragen bei ihrem Einsatz Schutzanzüge. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

In einem Forschungslabor für sogenannte Faserlaser der Leibniz Universität Hannover hat am Sonnabendmorgen gegen 8.45 Uhr ein sensorengesteuertes Meldegerät für giftige Stoffe Alarm ausgelöst. Zwei Uni-Mitarbeiter überprüften anschließend in Schutzanzügen die Lage und beobachteten in dem betroffenen Raum eine Nebelbildung am Boden. Die Mitarbeiter alarmierten die Feuerwehr.

Wie sich herausstellte war in einem gesicherten Schrank aus einer Zehn-Liter-Gasflasche hochgiftiges Bortrichlorid ausgetreten. Die nebelartigen Dämpfe hatten sich anschließend auf dem Boden verteilt. Feuerwehr-Spezialkräfte für Unfälle mit atomaren- und biochemischen (ABC) Stoffen sicherten in dem Gebäude an der Callinstraße den auf rund 250 Grad Celsius erhitzten Behälter. Verletzt wurde niemand.

Studenten waren nicht in dem Gebäude

Die Einsatzkräfte hatten nach ihrer Ankunft das Gebäude und angrenzende Bereiche abgesperrt. Studenten hielten sich laut Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt in den betroffenen Institutsräumen nicht auf. Ein Trupp der ABC-Spezialkräfte begutachtete schließlich in Schutzanzügen die ausgetretenen Stoffe. Mit speziellen Geräten wurde die Konzentration des Bortrichlorids und möglicher weiterer giftiger Gase in der Luft gemessen.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Für die Bevölkerung in den nahe liegenden Wohnhäusern bestand laut Feuerwehr aber keine Gefahr. Der Universitäts-Lagerraum für biochemische Stoffe sei mit einer Unterdruckanlage ausgerüstet. Deshalb könne selbst im Fall einer beschädigten Tür zunächst kein Gas aus dem Raum austreten, teilte ein Sprecher mit.

Durch Ausdehnung öffnet sich vermutlich Ventil

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich die Gasflasche offenbar durch eine defekte Manschette auf rund 250 Grad erhitzt. Dieser Wert sei an dem Flaschenhals gemessen worden. „Durch die hitzebedingte Ausdehnung hat sich vermutlich das Ventil geöffnet“, sagte Feuerwehrsprecher Andreas Hamann. Normalerweise werde das Flüssiggas nur auf etwa 35 Grad erwärmt, um es im gasförmigen Zustand im Forschungsbetrieb verwenden zu können.

Kurz nachdem die Feuerwehr defekte Manschette abgeklemmt hatte, kühlte sich die überhitzte Flasche laut Hamann selbständig wieder ab. Ein Gasaustritt konnte schließlich auch nicht mehr festgestellt werden. Die Flasche soll nach Angaben der Feuerwehr von Mitarbeitern des Uni-Labors nun an eine Spezialfirma übergeben werden.

In einem Universitätslabor ist am Sonnabend eine hochgiftige Verbindung ausgetreten. Spezialkräfte der Feuerwehr sicherten eine überhitzte Flasche mit Flüssiggas. Es wurde niemand verletzt.

Erst nach langem Belüften wieder normale Werte

Trotzdem war der Feuerwehreinsatz für die ABC-Kräfte erst etwa eine Stunde später beendet. „Es wurden mehrfach die Messungen wiederholt und der Raum belüftet“, sagte der Feuerwehrsprecher. Die Gefahr: Bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit reagiere Bortrichlorid zu Salzsäure.

Abrücken konnten die Einsatzkräfte erst, als nach dem umfangreichen Belüften des Raumes keine überhöhten Werte mehr zu messen waren.

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