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Aus der Stadt Nach Putzaktion der Jusos in der Südstadt schimmern 66 Stolpersteine jetzt grünlich
Hannover Aus der Stadt

Gedenken: Nach der Reinigungsaktion sind die meisten der ehemals goldenen Stolpersteine grünlich angelaufen.

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21:45 29.01.2020
Nach der Reinigungsaktion sind die meisten der ehemals goldenen Stolpersteine grünlich angelaufen. Quelle: Tobias Morchner
Hannover

Große Aufregung am Montagnachmittag in Hannovers Südstadt: Ein Zeuge hatte an der Wißmannstraße mehr als 60 beschädigte Stolpersteine entdeckt und die Polizei alarmiert. Die eigentlich goldenen, kleinen Gedenktafeln, die an von den Nazis deportierte Mitbürgerinnen und Mitbürger Hannovers erinnern, waren grünlich verfärbt.

Die Beamten, die gegen 16 Uhr vor Ort eintrafen, baten die Kollegen der Feuerwehr um Unterstützung. „Wir haben eine Erkundungsfahrt gemacht und dabei festgestellt, dass eine salzige Substanz auf den Steinen aufgetragen worden war“, sagt Feuerwehrsprecher Gianni Hilliger. Die weiteren Ermittlungen der Polizei ergaben: Einen Tag zuvor hatten Mitglieder des Ortsverbandes der Jusos aus dem Bezirk Südstadt/Bult eine Reinigungsaktion aller Stolpersteine vorgenommen. „Wir machen das einmal im Jahr und nehmen dafür bewusst keine chemischen Mittel, sondern nur Salz und Zitronensaft“, sagt Ole Moszczynski, der Vorsitzende der Jusos in der Südstadt.

Witterungsverhältnisse sollen Verfärbung verursacht haben

Rund zwei Stunden lang waren etwa acht Mitglieder der Jusos am Sonntagnachmittag durch den Stadtteil gezogen, um die Stolpersteine zu säubern. „Das war uns insbesondere vor dem Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz ein Anliegen“, sagt Moszcznski. Nach dem Ende der Putzaktion hätten alle Steine noch geglänzt. „Wir haben das nach bestem Wissen und Gewissen gemacht“, sagt der Juso-Sprecher. Was dann geschehen ist, können die Jusos nur vermuten: „Durch die Witterungsverhältnisse hat sich wohl Grünspan gebildet, aber nur an den Steinen an der Wißmannstraße, die anderen Stellen sind wir inzwischen abgefahren, da war nichts“, sagt Ole Moszczynski. Die Jusos wollen den Schaden so schnell wie möglich wieder beheben. „Wir kümmern uns darum, dass die Steine bald wieder glänzen“, sagt der Juso-Sprecher.

Unterstützung könnten sie dabei von der Stadtverwaltung bekommen. Karljosef Kreter betreut mit seinen Mitarbeitern des Projektes Erinnerungskultur auch die Stolpersteine in der Stadt. „Wenn die Jusos Kontakt mit uns aufgenommen hätten, hätten wir ihnen die entsprechenden Pflegemittel zur Verfügung gestellt“, sagt Kreter. Besorgt um den Zustand der Steine nach der Reinigung ist der Leiter des Projekts allerdings nicht. „Wir bekommen die schon wieder hin, viel größer sind die Gefahren für die Stolpersteine durch mechanische Einwirkungen von außen, durch Baufahrzeuge beispielsweise“, sagt Kreter.

Polizei leitet keine Ermittlungen ein

Auch die Polizei hat davon abgesehen, Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung in diesem Fall einzuleiten. „Nach unserer Erkenntnis können die Veränderungen an den Steinen problemlos behoben werden, sodass wir damit aus dem Spiel sind“, sagt Behördensprecher Martin Richter.

Von Tobias Morchner

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