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Aus der Stadt Feministische Sprachwissenschaftlerin lehnt Gender-Stern ab
Hannover Aus der Stadt Feministische Sprachwissenschaftlerin lehnt Gender-Stern ab
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16:20 24.01.2019
Die Stadt Hannover hat einen Flyer «Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache» herausgegeben. Quelle: dpa
Hannover

Der Vorstoß der Stadt Hannover für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache stößt bei einer feministischen Sprachwissenschaftlerin auf Kritik. „Ich bedaure die Einführung des Gendersterns durch meine Heimatstadt Hannover“, sagte Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch. „Die Frauen finden sich als Anhängsel wieder, wie zu Anfang der feministischen Sprachkritik.“ Pusch gilt als eine der Begründerinnen der feministischen Linguistik in Deutschland.

Die Stadt Hannover hatte mit einer neuen Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache öffentlich eine breite Debatte losgetreten. Wenn möglich, sollen Formulierungen wie „Redepult“ statt „Rednerpult“ oder „Teilnahmeliste“ statt „Teilnehmerliste“ verwendet werden, heißt es in der neuen Broschüre. Gibt es keine Alternative, wird der Genderstern empfohlen - zum Beispiel der*die Ingenieur*in.

Empfehlung ist für Verwaltung bindend

Die Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung wie E-Mails, Broschüren, Drucksachen und Formulare verbindlich.

Mit Zustimmung des Oberbürgermeisters und der Dezernent*innenkonferenz (dieses Wort ist das erste mit Gender-Stern versehene in einer städtischen Mitteilung) löse die neue Regelung die aus dem Jahr 2003 stammende „Empfehlung für eine zeitgemäße, Frauen und Männer angemessen berücksichtigende Verwaltungssprache“ ab. Die neue Empfehlung haben der Gesamtpersonalrat, die Personalentwicklung, das Referat für Frauen und Gleichstellung, die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie der Bereich Kommunikation der Landeshauptstadt erarbeitet.

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Sprachwissenschaftlerin für Binnen-I

Pusch sagt dagegen: „Ich bin nach wie vor für das Binnen-I, das der von mir bevorzugten Lösung, dem generischen Femininum, noch am nächsten kommt.“ Die Uni Leipzig benutze in ihrer Grundordnung seit einigen Jahren das generische Femininum, also generell die weibliche Form („Teilnehmerinnenliste“) statt der männlichen („Teilnehmerliste“). Der Protest dagegen sei bundesweit lautstark gewesen, sagte Pusch.

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Die Form werde sich allerdings nur schwer durchsetzen lassen, weil viele Frauen ihren Männern nicht zumuten wollten, was Frauen routinemäßig zugemutet werde, sagte die Linguistin: „Nämlich, sich in der falschen Genderschublade wiederzufinden.“

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Von RND/dpa

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