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Aus der Stadt Amtsärzte fordern mehr Personal
Hannover Aus der Stadt Amtsärzte fordern mehr Personal
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15:57 09.11.2018
Die Amtsärzte demonstrieren am Ernst-August-Platz. Quelle: Juliane Kaune
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Hannover

Lautstarker Protest in weißen Kitteln: Rund 60 Mediziner haben am Freitag in der City auf die personelle Situation an den Gesundheitsämtern aufmerksam gemacht. Die Zahl der Ärzte in diesen Behörden sei in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen, erklärte Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), bei der Kundgebung. Die Arbeitsbelastung sei hoch – und Nachwuchs kaum zu bekommen. Das liege vor allem an der unangemessenen Vergütung. Die Amtsärzte erhielten monatlich zwischen 1000 und 1500 Euro weniger als ihre Kollegen in den Kliniken, obwohl sie in gleichem Maße qualifiziert seien, kritisierte Teichert. „Damit sind wir völlig abgehängt, das öffentliche Gesundheitssystem droht auszubluten.“

Die Mediziner, die aus Niedersachsen und anderen Bundesländern nach Hannover gekommen waren, hatten sich mit Plakaten und Trillerpfeifen vor dem Sitz des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Niedersachsen am Ernst-August Platz postiert. Der Verband ist für die Gehaltstarifverhandlungen zuständig ist. Seit sieben Jahren habe es bei der Bezahlung keine spürbaren Verbesserungen gegeben, kritisierte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Dabei seien die Amtsärzte unverzichtbar für die öffentliche Gesundheitsvorsorge – von der Klinikhygiene über Schuleingangsuntersuchungen bis zu Epidemieprävention und Umweltmedizin.

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Wie schwierig es ist, Personal zu finden, bestätigte Mustafa Yilmaz, Amtsarzt der Region Hannover, in dessen Behörde rund 45 Mediziner arbeiten. Im vergangenen Jahr seien zwischen 30 und 40 Prozent der Stellen nicht besetzt gewesen, sagte er. Würden Kollegen eingestellt, blieben sie häufig nicht lange, weil Kliniken oder andere Arbeitgeber besser bezahlte Jobs anböten. Auch der Leiter des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, unterstützte vor Ort den Protest der Kollegen aus den kommunalen Behörden.

Von Juliane Kaune

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