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Aus der Stadt Gilde-Brauerei sperrt Mitarbeiter aus
Hannover Aus der Stadt

Gilde-Brauerei-Tochter in Hannover sperrt Mitarbeiter der Dosenabfüllung aus

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08:36 01.02.2020
Gilde-Mitarbeiter haben auch in dieser Woche wieder an einem Warnstreik teilgenommen. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Der seit dreieinhalb Monaten andauernde Tarifstreit bei der Gilde-Brauerei hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Nach einem erneuten Warnstreik, der am Montag begonnen und bis Donnerstagabend gedauert hatte, wollten die Mitarbeiter am Freitagmorgen zur Frühschicht wieder ihre Arbeit aufnehmen. Die rund 20 Beschäftigten einer der vier Gilde-Gesellschaften, die für die Dosenabfüllung zuständig ist, durften nicht auf das Betriebsgelände. Ihr Arbeitgeber hat sie für eine Woche ausgesperrt. Laut Arbeitsrecht dürften Unternehmen auf einen Streik mit einer Aussperrung reagieren – wenden dies aber vergleichsweise selten an. Es handelt sich dann um eine vorübergehende Freistellung ohne Lohnzahlung.

Gewerkschaft zweifelt Rechtmäßigkeit an

„Die Aussperrung ist eine neue, schreckliche Eskalation in dieser Auseinandersetzung“, sagt Lena Melcher von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie zweifelt überdies die Rechtmäßigkeit der Maßnahme an. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter sind die Namen der Ausgesperrten öffentlich sichtbar ausgehängt worden. „Das ist ein Angriff auf die Persönlichkeitsrechte. Wir werden rechtliche Maßnahmen dagegen prüfen“, kündigt die NGG an.

Mitarbeiter der Brauerei in der Südstadt haben in den vergangenen Wochen eine ganze Serie an Warnstreiks hingelegt – ohne dass es dadurch zu Lieferengpässen gekommen ist. Sie wollen mit ihrem Arbeitgeber über einen Haustarifvertrag verhandeln, was dieser aber unter Hinweis auf die roten Zahlen in der Firmenbilanz verweigert.

Arbeitgeber reagiert auf Streikpolitik

„Wir mussten mit der Aussperrung auf die Streikpolitik der NGG reagieren“, sagt Alexander Benkert, Geschäftsführer der für die Dosenabfüllung zuständigen Gilde-Tochter Hannoversche Abfüllgesellschaft (HAG). Um den Betrieb aufrechterhalten zu können, bedürfe es einer Planung der Schichten. Mit kurzen Ankündigungszeiten von Streikanfang und Streikende sei dies nicht möglich.

„Die Maßnahme wurde getroffen, um schweren Schaden von der Gesellschaft abzuwenden und den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort zu ermöglichen“, erklärt Benkert.

Warum die Aussperrung derzeit nur für die Dosenabfüllung und nicht für die Gesellschaften für Flaschenabfüllung, Logistik und Vertrieb bei der Gilde gilt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Nach Angaben des Unternehmens kann nach wie vor verlässlich Bier ausgeliefert werden.

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Von Bernd Haase

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