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Aus der Stadt Tarifkonflikt bei der Gilde droht zu eskalieren
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Gilde-Brauerin in Hannover: Tarifkonflikt droht zu eskalieren

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07:00 27.11.2019
In der vergangenen Woche demonstrierten Mitarbeiter der Gilde Brauerei vor dem Landtag. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Die Geschäftsführung der Gilde-Brauerei in Hannover soll jetzt mit unbefristeten Streiks zu Tarifverhandlungen gezwungen werden. Nachdem sich 94 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter in einer Urabstimmung für eine Fortführung des Arbeitskampfes ausgesprochen hatten, hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) der Unternehmensleitung ein Ultimatum gestellt.

„Ich habe der Geschäftsführung zwei Termine für Tarifverhandlungen vorgeschlagen“, sagte die NGG-Geschäftsführerin in der Region Hannover, Lena Melcher. Sollte es bis Donnerstagmittag keine Terminbestätigung durch die Firmenleitung geben, würden die Streikvorbereitungen eingeleitet.

„Wir können jetzt härter regieren“

„Mit der Urabstimmung im Rücken können wir jetzt härter reagieren“, sagte Melcher. Es könne flexibler und zu längerfristigen Streiks aufgerufen werden. Bei den bisher sieben eintägigen Warnstreiks hätten meist alle Abfüllanlagen still gestanden. Auch die Verladung habe nicht mehr ordentlich funktioniert.

Die Geschäftsführung reagierte auf die neue Situation auf HAZ-Anfrage nur in knappen Worten. Die NGG habe das Ergebnis der Urabstimmung mitgeteilt, das sei zur Kenntnis genommen worden, sagte Sprecherin Juliane Lorenz. „Die Lieferfähigkeit war während der letzten sieben Streiks nicht beeinträchtigt, da der Vertrieb und andere Bereiche im Unternehmen nicht betroffen sind“, berichtete sie. Keine Angaben machte Lorenz dazu, ob die Geschäftsführung jetzt die Verhandlungen wieder aufnehmen will.

Management will die Brauerei umstrukturieren

Seitdem Gilde 2016 von der Brauereigruppe TCB übernommen wurde, gelten Tarifbedingungen laut NGG nur noch für rund die Hälfte der Mitarbeiter. Das Management will nach Angaben von Anfang Oktober zunächst die Brauerei umstrukturieren, bevor sie weiter verhandelt. Gilde schreibt seit Jahren Verluste.

TCB-Geschäftsführer Mike Gärtner sah zuletzt keinen Spielraum, um die Forderungen der Gewerkschaft zu erfüllen: „Wir haben seit der Übernahme bis Ende 2018 rund 15 Millionen Euro Verluste verbucht und werden auch in diesem Jahr keine schwarzen Zahlen schreiben“, hatte er der HAZ gesagt. Die hohen Altgehälter seien nicht mehr marktkonform.

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Von Mathias Klein

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