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Aus der Stadt Hannover will internationaler werden
Hannover Aus der Stadt Hannover will internationaler werden
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15:37 14.02.2019
Im Rathaus sollen die Mitarbeiter in Fremdsprachen besser geschult werden. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

Die Stadt Hannover will sich noch stärker als internationaler Standort für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur präsentieren. Als ersten Schritt schlägt die Stadtverwaltung vor, dem europäischen Städtebund Eurocities beizutreten. „Wir wollen dabei auch von EU-Fördermitteln profitieren“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) am Donnerstag im OB-Ausschuss. Zudem will die Verwaltung die sprachliche Kompetenz ihrer Mitarbeiter stärken. „Es bedarf einer besonderen Fachkompetenz, Anträge auf EU-Mittel vorzubereiten“, sagt Marie Bullet, Fachfrau bei der Stadt für internationale Beziehungen.

173.000 Menschen aus 180 Ländern in Hannover

Schon jetzt leben in Hannover rund 173.000 Menschen, die aus insgesamt 180 Ländern stammen. Nicht nur durch seine Messen sei Hannover international bekannt, sagt Schostok. Auch Kulturveranstaltungen wie die Kunstfestspiele und sportliche Großereignisse wie der Hannover Marathon strahlten weit über Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Dennoch räumt auch Hannovers Tourismus- und Marketingchef Hans Nolte ein: „Wir müssen Hannover international noch bekannter machen.“

Das ist ganz im Sinne von Marcus Hoppe, stellvertretender Leiter des Hochschulbüros für Internationales an der Leibniz Universität. „Die Vermarktung als Wissenschaftsstadt sollte noch deutlicher ausfallen“, sagt er im Ausschuss. Weltoffenheit zu demonstrieren sei jedenfalls angesichts von Nationalismus und Rechtspopulismus der richtige Weg. Hoppe wünscht sich mehr Anstrengungen, Wohnraum zu schaffen. „Für einen Studenten aus dem Irak ist es fast unmöglich, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Unterkunft zu finden“, sagt Hoppe.

Grüne: Stadt soll Solidarität mit Dyabakir zeigen

Von der Ratspolitik wird die Strategie der Stadt überwiegend begrüßt. Die Grünen wünschen sich jedoch, dass sich die Verwaltung stärker für die kurdisch geprägte Stadt Dyabakir engagiert. „Jetzt wäre es angemessen, seitens der Stadt offiziell Solidarität gegenüber der inhaftierten Bürgermeisterin Gültan Kisanak zu zeigen“, fordert Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin. OB Schostok betont, dass es noch viele Kontakte zwischen Hannoveranern und den Einwohnern von Dyabakir gebe, doch offiziell wähle man den Weg einer vorsichtigen Diplomatie. „Wir haben kein Interesse daran, dass die Konflikte in der Türkei eins zu eins hier ausgelebt werden“, sagt Schostok.

Die AfD kritisiert, dass es der Stadtverwaltung an kritischer Selbstreflexion und konkreten Lösungen fehle. „Wie soll etwa der Wegfall der Cebit kompensiert werden?“, fragt AfD-Fraktionschef Sören Hauptstein. Klar sei auch, dass es durch Internationalisierung zu sozialen Verwerfungen komme, sichtbar etwa in problematischen Stadtteilen wie dem Mühlenberg. Dem widerspricht die FDP. „Das ist kleinkariertes Denken“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Jedes Dorf sei inzwischen mit der ganzen Welt verwoben.

Von Andreas Schinkel

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