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Aus der Stadt Wie Hannovers Forscher sich ihre eigene Sturmflut machen
Hannover Aus der Stadt Wie Hannovers Forscher sich ihre eigene Sturmflut machen
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00:22 22.02.2019
Der neue Modell-Wellenkanal misst 32 Meter. Er entspricht im Maßstab 1:10 dem Großen Wellenkanal in seiner künftigen Ausbaustufe. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Wie können Offshore-Anlagen dem komplizierten Zusammenspiel von Sturmwellen, Strömungen und dem beweglichen Meeresboden standhalten? Das Forschungszentrum Küste kann solche Fragen jetzt noch besser untersuchen. Dienstag hat die maritime Forschungseinrichtung in Hannover-Marienwerder einen neuen Modell-Wellenkanal in Betrieb genommen.

Es handelt sich eigentlich um eine Miniaturanlage. Aber selbst dieser Mini-Wellenkanal ist fast 32 Meter lang. Denn damit das Wasser eine akzeptable Welle machen kann, braucht es einigen Anlauf. „Wir wollen die verschiedenen Belastungen, die auf maritime Technologien einwirken, gleichzeitig untersuchen“, erklärt Professor Nils Goseberg von der Technischen Universität Braunschweig, die das Forschungszentrum Küste gemeinsam mit der Leibniz-Universität Hannover betreibt.

Das Forschungszentrum Küste in Hannover-Marienwerder startet einen Modell-Wellenkanal.

Im Modell-Wellenkanal können die Forscher erstmals gleichzeitig Tiedeströmung und Wellen erzeugen. Dazu ist der Kanal mit einer Wellenmaschine sowie einer Strömungsanlage ausgerüstet. In der gegenläufigen Bewegung entstehen neue Effekte, die sich in Computersimulationen bisher nicht richtig nachvollziehen lassen.

Anlage ist Vorläufer für den Ausbau des Großen Wellenkanals

Mit den Tests an der Anlage bereiten die Wissenschaftler den Ausbau des Große Wellenkanals vor, den das Forschungszentrum seit 1983 betreibt. Mit 320 Metern Länge, sieben Metern Tiefe und fünf Metern Breite galt die Anlage lange als die größte der Welt. Nun wird der Große Wellenkanal bis 2021 aufgerüstet, damit die Wissenschaftler die wechselseitige Beeinflussung von Strömung und Wellen unter quasi realen Bedingungen beobachten können. „Das kann bisher keiner. Unser System wird weltweit einmalig sein“, schwärmt Professor Torsten Schlurmann von der Leibniz-Uni. Mit der neuen Wellenmaschine werden sich doppelt so starke Wellen erzeugen lassen wie bisher, ähnlich einer Sturmflut. „Damit werden wir den stärkeren und häufigeren Stürmen gerecht.“

Bund gibt 35 Millionen für Offshore-Windenergieforschung

Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist das Vorhaben 35 Millionen Euro wert. „Das ist der größte Brocken in der gesamten Windenergieforschung des Bundes“, unterstreicht Timo Haase vom Bundesministerium. Beim Bau von Windanlagen auf hoher See fließen 25 Prozent der Kosten in die Gründungsstrukturen. Mit der Größe der Anlagen vervielfachen sich diese Kosten, betont Haase. „Das schlägt sich im Strompreis nieder. Deshalb brauchen wir weitere Forschung.“ Im Großen Wellenkanal können später auch Untersuchungen für Gezeiten- und Wellenkraftwerke laufen, oder auch für schwimmende Windenergieanlagen.

Uni wartet noch auf Genehmigung des Bauantrags

Es gehe um die Frage, wie schwimmende Strukturen sich am besten verankern lassen und wie teure Offshore-Anlagen eine möglichst lange Lebensdauer erhalten, erklärt Christoph Strutz, Vizepräsident der Leibniz-Uni. Allerdings wollte die Uni mit den Arbeiten am Großen Wellenkanal längst starten. Die Genehmigung des Bauantrags, den die Uni vor einem Jahr bei der Stadt beantragt hat, stehe immer noch aus.

„Die hier vorhandene Kompetenz im Küsteningenieurwesen ist einzigartig und für Erhalt und Gestaltung der Küste wichtig“, sagt Anke Kaysser-Pyzalla, Präsidentin der TU Braunschweig. Die Erweiterung des Großen Wellenkanals und der Modellkanal sind Teil des Großforschungsprojekts marTech für maritime Technologien zur zuverlässigen Energieversorgung. Mit 1,4 Millionen Euro hat Niedersachsens Wissenschaftsministerium die Planung unterstützt.

Von Bärbel Hilbig

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