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Aus der Stadt Das sind die besten Startup-Unternehmen aus der Region Hannover
Hannover Aus der Stadt Das sind die besten Startup-Unternehmen aus der Region Hannover
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00:18 16.03.2019
Sieger bei Startup-Impuls: Niklas Hatje, Cedric Dege und Julian Suttner (von links). Quelle: Frank Wilde
Hannover

Ehrgeiz haben die Junggründer aus Hannover beim Wettbewerb Startup-Impuls ohne Zweifel. „Wir wollen in die mehrstelligen Millionen“, sagt Niklas Hatje von der Siegerfirma Game-Buddy ganz entspannt. Moderatorin Valerie Lux bleibt kurz die Sprache weg. Doch die drei Gründer haben dafür beste Voraussetzungen. Sie vermitteln Online-Spielern im Netz perfekte Teampartner. Für das Spiel League of Legends funktioniert die Anwendung bereits. Die Siegerprämie hilft den drei Entwickler nun, endlich Mitarbeiter einzustellen.

Zum 16. Mal haben die Wirtschaftsförderung Hannoverimpuls und die Sparkasse Hannover die besten Gründer in der Region Hannover ausgezeichnet. „Der Wettbewerb ist von Anbeginn an erfolgreich, weil wir den Preisträgern ein Gesamtpaket mit Beratung und Diskussionen bieten“, berichtet Marina Barth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hannover. So dürfen die drei Siegerteams auch in einen Startup-Hotspot wie das Silicon Valley oder Tel Aviv reisen. Alle drei Preisträger bieten Künstliche Intelligenz für den internationalen Markt. Die Siegerin, die Game-Buddy GmbH, erhält 30.000 Euro, die Zweitplatzierten Corvitac 15.000 Euro und das drittplatzierte Team Innocado GmbH 5.000 Euro.

Hannoverimpuls und die Sparkasse Hannover zeichnen die besten Gründer in der Region Hannover aus.

Insgesamt hatten 128 Gründer ihre Geschäftsideen eingereicht, mehr als ein Drittel der Bewerbungen kamen von Frauen. Mit Preisen im Wert von mehr als 100.000 Euro ist Startup-Impuls der höchstdotierte regionale Gründungswettbewerb in Deutschland. „Wir sind sehr stolz, dass ein Drittel der Teilnehmer und Nominierten Frauen sind. Das sollte noch mehr werden und gelingt nur mit Veranstaltungen, die Frauen gezielt ansprechen“, sagt Marina Barth.

1. Preis: Partnersuche für Gamer leicht gemacht

Wie finden Online-Spieler die passenden Partner für ihr Team? Niklas Hatje, Julian Suttner und Cedric Dege haben dafür die Plattform Game-Buddy entwickelt. Gamer tauschen sich in dem sozialen Netzwerk auch über ihre Erlebnisse beim Spiel aus. Die drei Informatiker lernten sich im Studium kennen, seit Kurzem ist Game-Buddy eine GmbH. Inzwischen haben sich 130.000 Nutzer registriert, 15.000 Gamer pro Monat nutzen die Plattform.

Den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis für „Solo-Starter“ bekommt Kimberly Jones mit ihrem Label Emmilo für Kinderkleidung. Die Jungunternehmerin setzt Ideen ihrer Kunden um, die Stoffe, Farben und Applikationen individuell auswählen und sich vor allem Tierformen wünschen. „Ich habe auch mal eine Steckerleiste aufgenäht. Die Kinder lieben es.“ Die Designerin verwendet Stoffe in Bioqualität, daraus entstehen Kleidungsstücke wie „Dinopullover“ oder „Hasenstrampler“. Dabei hat sie vor zwei Jahren erst das erste Mal genäht – die Schultüte für ihre Tochter.

2. Preis: Automatisch Schweine zählen

Für Landwirte ist die vorgeschriebene Zählung ihrer Tiere zeitaufwendig und fehleranfällig. Maschinenbau-Ingenieur Manuel Sprehe kennt das Problem vom Hof seiner Familie. Gemeinsam mit Timo Kaiser und Yiyun Luo hat er eine Software zur automatisierten Schweinezählung entwickelt. Ein Kamerasystem erkennt die einzelnen Tiere, verfolgt sie im Bild und errechnet die Anzahl per Algorithmus. Der Corvitac Pig-Counter steht kurz vor der Marktreife.

An Nicolai Behmann und seine Kollegen der Firma beh.digital geht der Sonderpreis Hochschule und Wissenschaft. Sie bieten Mittelständlern eine lernende Software zur Bilderkennung, mit der industrielle Automatisierung und Qualitätssicherung deutlich einfacher werden. Dafür gibt es 5.000 Euro Preisgeld plus Beratungsleistungen.

3. Preis: Wie Ideen zueinander kommen

Wie finden Mitarbeiter von großen Firmen und Organisationen zueinander, die eine neue Idee voranbringen wollen? Lorenz Gehrmann, Paul Seifert und Ferry Nesenhöner haben dafür die Plattform Innocado entwickelt. Die Mitarbeiter füllen dort anonym ein Profil aus und posten Themen. Jeweils die drei Teilnehmer, deren Interessen am besten zueinander passen, treffen sich und entwickeln ihre Idee gemeinsam weiter. Zu den Testkunden gehört aktuell die Nord/LB.

„In Hannover funktioniert die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft hervorragend, weil Hannoverimpuls Ausgründungen aus den Hochschulen begleitet“, lobt Sabine Johannsen, Staatssekretärin für Wissenschaft und Kultur.

Von Bärbel Hilbig

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