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Aus der Stadt Gartenheim präsentiert idyllischen Innenhof
Hannover Aus der Stadt

Grüne Wohlfühloase in Hannover-Südstadt: Gartenheim präsentiert idyllischen Innenhof

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17:44 06.11.2019
Architektin Larisa Kozjak und Gartenheim-Vorstandsvorsitzender Günter Haese im neu gestalteten Innenhof des Südstadt-Carré. Quelle: Lisa Eimermacher
Südstadt

Kleine Rinnsale plätschern zwischen großen Birken und Sandsteinwegen in die neu angelegte Teichlandschaft. Über den Teich führt eine verschnörkelte Brücke zu einer der beiden gemauerten Grillanlagen mit Unterständen aus alten hölzernen Dachstühlen und roten Ziegeln. Die Materialien des „spätromantischen Ruinendorfes“ inmitten des grünen Innenhofes sind wiederverwendete Baustoffe. Die Fassaden der Innenhofwände zieren moderne Balkone aus grünen Glasflächen, manche davon können im Winter zu einer Art Wintergarten umfunktioniert werden. Der Innenhof ist Teil des Blockrandquartiers Südstadt-Carré, das seit 2015 schrittweise saniert wurde.

Eine Wohlfühloase mitten im Innenhof des Blockrandquartiers in der Südstadt. Quelle: Lisa Eimermacher

Viele Anwohner bei der Eröffnungsfeier

Die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim hat den neu gestalteten Innenhof An der Tiefenriede, Engelhardstraße, Wilhelm-Bünte-Straße und Böhmerstraße in Hannovers Südstadt eröffnet. Viele Bewohner sind zur Eröffnungsfeier gekommen. Beim Flanieren über die Wege gibt es einiges zu entdecken, wie zum Beispiel die Wasserrinnen auf Pfeilern, durch die das Regenwasser von den Dächern in die Teiche geleitet wird.

Nicht nur der Innenhof wurde erneuert, auch die Wohnungen von Gartenheim wurden renoviert. Zuvor sei es ein trister Fünfzigerjahrebau gewesen. „Im Hof standen ein paar Bäume“, sagt Architektin Larisa Kozjak. „Es gab viele Herausforderungen, denn hier existierten vorher keine Balkone und keine Dämmungen“, sagt sie. Während der Bauarbeiten wurden auch Dachgeschosswohnungen ausgebaut sowie Fassaden und Treppenhäuser saniert. Im Herbst 2015 hat die Sanierung begonnen. Mittlerweile sind alle Wohnungen fertig und bezogen. Noch stehen im Innenhof ein Kran und ein Bagger. Die derzeit etwas kargen Erdflächen sollen bepflanzt und Spielgeräte aufgebaut werden. Ein Jahr wird es wohl dauern, bis die Bauarbeiten vollständig beendet sind, schätzt Architektin Kozjak.

Die Sanierung als Forschungsprojekt

Die Sanierung wird wissenschaftlich vom Forschungsprojekt „Transmit“ begleitet. Der Name steht für „ressourcenoptimierte Transformation von Misch- und Trennentwässerungen in Bestandsquartieren mit hohem Siedlungsdruck“. Kristina Elsner vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik (ISAH) der Leibniz-Universität Hannover, Ina Kaiser von der Stadtentwässerung und Jennifer Schneider von der Stadt Hannover betreuen das Projekt.

Gemeinsam haben sie möglichst nachhaltige Ideen für die Sanierung entwickelt und mit einem Ingenieursbüro sowie Kozjak umgesetzt. „Ein Teil der Dachflächen ist nicht mehr an die Kanalisation angeschlossen, sondern das Regenwasser wird in den Teich eingeleitet“, erklärt Kaiser. „Dort kann es dann verdunsten“, erzählt Elsner vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik. Deshalb gebe es auch im Sommer im Hof angenehm kühle, frische Luft. „Wenn das Wasser etwas höher ansteigt, ist der Uferbereich so angelegt, dass das Regenwasser dort versickern kann.“ Gerade in den dicht besiedelten innerstädtischen Bereichen sei es besonders wichtig, derartige Wohlfühloasen zu schaffen.

Keine Mieterhöhung trotz Renovierung

Rund 26 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, das sind etwa 1600 bis 2000 Euro Sanierungskosten pro Quadratmeter. Finanziert wurde das Ganze aus einem sogenannten Cashflow, das heißt direkt aus den Einnahmen der Wohnungsgenossenschaft anstelle einer Fremdfinanzierung durch einen Bankkredit. Mehr Miete müssen die Bewohner nicht zahlen, verspricht Gartenheim-Vorstandschef Günter Haese. Der Preis solle sozialverträglich bleiben. 6 bis 7 Euro pro Quadratmeter kosten die Bestandswohnungen. Der Preis für vollsanierte Wohnungen liege bei etwa 8, für Altmieter bei etwa 5 Euro.

Haese ist zufrieden. Für dieses Areal lohne es sich allemal. „Das ist eine Toplage hier in der Südstadt.“ Das Geld habe man gerne investiert, um die Wohnqualität zu verbessern. „Ich freue mich, dass uns das gelungen ist, dass wir über so viele Jahre durchgehalten und dass die Mieter mitgemacht haben.“ Das Ergebnis spreche für sich, so Haese: „Wertsteigerung, Komfortsteigerung und Erlebnissteigerung.“

Mit dem Endergebnis zufrieden

Eine Anwohnerin wohnt bereits seit acht Jahren im Blockrandquartier Südstadt-Carré. „Für uns als Bestandsmieter ist die Miete gleich geblieben“, sagt sie. Die Baumaßnahmen an den anderen Häusern haben sie nicht weiter berührt. „Der Ausbau im Haus hat natürlich ganz schön Krach gemacht“, erzählt sie. Trotzdem sei sie mit dem Endergebnis zufrieden.

Mareike Heimann wohnt seit eineinhalb Jahren dort. „Ich bin mit den Baumaßnahmen an unserem Haus quasi eingezogen.“ Das Ergebnis entschädige aber für den Baulärm. „Ich habe den Eindruck, dass sich Gartenheim sehr liebevoll um diese Anlagen kümmert. Die vorgenommenen Baumaßnahmen sind sehr hochwertig und angenehm.“

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Von Lisa Eimermacher

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