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Aus der Stadt Stadt baut 51 Kleingärten am Kronsberg – trotz kargen Bodens
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Grünes Hannover: Stadt baut 51 Kleingärten am nördlichen Kronsberg

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10:48 14.01.2020
Am nördlichen Kronsberg-Hang sollen Kleingärten entstehen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

In Hainholz müssen Kleingärten für ein Gewerbegebiet weichen, der Neubau der Medizinischen Hochschule am Stadtfelddamm verdrängt ebenfalls etliche Parzellen – doch jetzt will die Stadtverwaltung am Kronsberg eine neue Kolonie schaffen. Am nördlichen Hang des Kronsbergs sollen auf einem knapp 23.000 Quadratmeter großen Weideland mindestens 51 Kleingärten entstehen – mit vielen Gemeinschaftsflächen. 700.000 Euro gibt die Stadt aus, in drei Jahren sollen die Parzellen fertig sein und übergeben werden.

Trend zu kleineren Gärten

„Der Trend geht zu kleineren Gärten“, sagte Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) am Montag im Umweltausschuss. In bestehenden Kolonien messen manche Kleingärten 1000 Quadratmeter und mehr, am nördlichen Kronsberg sollen die Grundstücke etwa 400 Quadratmeter oder weniger betragen. Die Menschen hätten immer weniger Zeit, große Flächen zu beackern, daher seien kleinere Parzellen zeitgemäßer, meint die Dezernentin.

Die neuen Gärten in Bemerode stehen im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet am südlichen Kronsberg. Dort werden in den kommenden Jahren mehr als 3000 Wohnungen entstehen. „Wir gehen von einem hohen Zuspruch für Kleingärten aus“, sagte Elke Schwägerl vom Umweltamt in der Sitzung. Zudem könne man sich vorstellen, die Kolonie mit vielen gemeinschaftlichen Flächen zu durchsetzen und eine Art Kleingartenpark zu kreieren.

Ärger mit Gemeinschaftsflächen?

In der Ratspolitik trifft das Vorhaben grundsätzlich auf Zustimmung. Doch von allzu vielen Gemeinschaftsflächen in der neuen Kolonie raten manche ab. „In meinem Kleingartenverein will jeder lieber für seinen eigenen Garten verantwortlich sein“, sagte SPD-Ratsfrau Peggy Keller. Dem stimmt auch ihr Kollege von der CDU, Hannes Hellmann, zu. „Den größten Ärger im Kleingartenverein gibt es meist um die Gemeinschaftsflächen“, sagte er.

Böden sind karg

Die AfD will wissen, ob sich das Grundstück überhaupt für den Gartenbau eignet. Tatsächlich ist auch der Stadtverwaltung bekannt, dass der Boden auf dem Kronsberg karg ist. „Es ist aber möglich, dem Boden etwas abzuringen“, sagte Schwägerl vom Umweltamt. Dezernentin Tegtmeyer-Dette meint, dass es zwar fruchtbarere Flächen gebe, aber mit viel Kompost und der nötigen Pflege sei durchaus eine Ernte möglich. „Von nichts kommt nichts“, sagte die Dezernentin. Im Übrigen seien fruchtbare Böden der Landwirtschaft vorbehalten.

Piraten-Vertreter Adam Wolf fragt sich, ob die neuen Kleingärten nicht allzu nah am Schnellweg liegen und das Gartenleben womöglich durch Lärm und Abgase beeinträchtigt wird. Mit solchen Fragen habe man sich bereits beschäftigt, sagte Schwägerl, als das Gebiet zur künftigen Kleingartenkolonie erkoren wurde. Das war in den Achtzigerjahren. Einen „gewissen Abstand“ zum Schnellweg habe das Gebiet durchaus, aber Gemüse in Bio-Demeter-Qualität werde man wohl nicht bekommen, meint sie.

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Von Andreas Schinkel

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