Grundschule in Mittelfeld: Provisorische Mensa ist zu eng - Kinder essen in vier Schichten
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Aus der Stadt Provisorische Mensa ist zu eng: Kinder essen in vier Schichten
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Grundschule in Mittelfeld: Provisorische Mensa ist zu eng - Kinder essen in vier Schichten

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07:00 12.01.2020
Die Grundschule Beuthener Straße ist eine offene Ganztagsschule – und beherbergt auch den Hort der Kita Quittengarten. Quelle: Michael Zgoll
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Mittelfeld

Die Mensa der Ganztagsschule Beuthener Straße ist zu klein, es kommt vermehrt zu Konflikten zwischen Grundschul- und Hortkindern – nun versucht die Stadt, die angespannte Lage zu entschärfen. Das ist das Ergebnis einer Debatte in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel, die sich an einer Anfrage der Grünen entzündete. Erfreulicherweise, so hieß es vonseiten der Fraktion, nähmen immer mehr der derzeit 283 Schüler am pädagogischen Mittagstisch teil, und die Zahl werde weiter steigen. Doch gebe es in der provisorischen Mensa im ersten Obergeschoss schon jetzt einen räumlichen Engpass, der dazu führe, dass der „auf das Äußerste ausgedehnte Schichtbetrieb auf engstem Raum“ eine „kaum noch kindgerechte Mittagsversorgung“ nach sich ziehe.

Stress beim Essen

Wie Bezirksratsbetreuerin Gundula Ohlhorst erläuterte, können in den provisorischen Räumlichkeiten nur 30 Kinder gleichzeitig verköstigt werden. Derzeit würden jeden Tag 75 Essen ausgegeben. Da in der Mittelfelder Mensa aber auch Schüler sitzen dürfen, die ihr Mittagessen selbst mitbringen, kann der Platzbedarf nur per Vier-Schicht-Betrieb gedeckt werden. Doch „ein Gespräch oder eine Unterhaltung am Tisch“, so kritisieren die Grünen, sei aufgrund der Unruhe und der Vielzahl der Schüler auf beengtem Raum kaum noch möglich. „Der hohe Lärmpegel und die enge Taktung der Essensgruppen führen zu Stress.“

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Kooperation mit Familienzentrum endet

Eine zusätzliche Verschärfung der Lage ergebe sich durch die Auflösung der bisherigen Kooperation mit dem Familienzentrum an der Gleiwitzer Straße, so die Grünen. Denn mit Beginn des neuen Halbjahrs, also ab Februar 2020, können die Erstklässler dort nicht mehr zu Mittag essen. Grundsätzlich problematisch ist nach Ansicht der Lokalpolitiker, dass die Grundschüler die Schulmensa nur über den Flur des ausgelagerten Horts der Kita Quittengarten erreichen können und es in diesem Bereich immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Schul- und Hortkindern kommt. „Streitschlichtungen stören den zeitlichen Ablauf der Essensausgabe zusätzlich in erheblichem Maße“, heißt es in der Anfrage.

„Es fehlen Kapazitäten“

„Wir leben schon seit Jahren mit provisorischen Lösungen, es fehlen Kapazitäten“, sagte Schulleiter Martin Preisigke in der Bezirksratssitzung. Die Einrichtung an der Beuthener Straße sei seit 2011 eine offene Ganztagsschule, seit 2013 gebe es den pädagogischen Mittagstisch. Auch wenn man den Hort nicht loswerden wolle, könnte die Schule diese Räume doch dringend gebrauchen. Auch müsse die Frage erlaubt sein, ob die Konzepte von Ganztagsschul- und Hortbetreuung tatsächlich zusammenpassen.

SPD: Ganztagsschule wichtiger als Hort

„Wir sollten die Kinder nicht gegeneinander ausspielen“, betonte CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob. Und sie benannte auch gleich das Hauptproblem: „Wo sollen die Hortkinder denn hin?“ Hinzu komme, dass das Konzept der Ganztagsschulen noch etliche Schwachstellen aufweise. Diese Stellungnahme stieß bei SPD-Bezirksratsfrau Katja Schröder auf Widerspruch. „Eine Ganztagsschule hat Vorrang vor einem Hort“, so ihr Statement, und ein gemeinsames Mittagessen für die Schüler gehöre zwingend dazu. Horteinrichtungen dagegen seien „Privatsache von denjenigen, die sich diese Form der Betreuung leisten können“.

Klapptische im Ruhegarten als Alternative?

Wie Bezirksratsbetreuerin Ohlhorst mitteilte, hat die Stadtverwaltung der Schule jetzt einen kurzfristigen Lösungsvorschlag unterbreitet. Bis zum Beginn des Schuljahrs 2020/2021 sollen im Bereich des Ruhegartens 40 bis 60 Sitzplätze geschaffen werden, wo Kinder zusätzlich zu den bestehenden Möglichkeiten zu Mittag essen können. Dabei werde man auch die bereits vorhandene Küche nutzen. Da die Stadt sowohl Standardmöbel wie auch Klapptischgarnituren aufstellen wolle, sei es möglich, nachmittags wieder Platz für den Ruhegarten zu schaffen.

Allerdings sei die Verwaltung auch bemüht, so Ohlhorst, an der Grundschule eine vollwertige Mensa für Ganztagsgrundschulen zu errichten. Die entsprechenden Möglichkeiten würden derzeit vom Fachbereich Gebäudemanagement geprüft.

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Von Michael Zgoll