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Aus der Stadt Lüttje Lage: Der schnelle Baum
Hannover Aus der Stadt

HAZ-Glosse Lüttje Lage: Der schnelle Baum

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20:00 26.12.2021
Bernd Haase
Bernd Haase Quelle: HAZ
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Hannover

Normalerweise ist das Aussuchen des Weihnachtsbaums bei uns eine mehrstündige Aktion auf einer Plantage. Die künftige Stubendiva soll gerade gewachsen sein, eine möglichst symmetrische Figur mit lückenloser Zweiganordnung und eine klassische Spitzenform haben. Da kann die Findungsphase dauern.

In diesem Jahr spät dran mit dem Baumkauf

Dieses Jahr waren wir zu spät dran, irgendwie kam immer etwas dazwischen. Am Tag vor Heiligabend eilten wir zur Plantage in Langenhagen-Kananohe. Mieses Wetter, die Kälte kroch unerbittlich durch die Kleidung, es war gar nicht richtig hell, und es war nichts los. Ich bedankte mich beim Plantagenmann, dass er überhaupt noch ausharrte. „Jetzt kommen die Hektiker“, sagte er.

Wir stapften zwischen den Bäumen umher. Auf Anhieb entdeckten wir nichts Passendes. Es wurde immer ungemütlicher. „Wir machen keine Bestenauslese, sondern nehmen einen schnellen Baum“, sagte ich unter Missachtung des Umstandes, dass Bäume an sich nicht schnell sind, sondern standhaft. Meine Frau nickte. Wir sägten schließlich zehn Minuten später eine Fichte ab, ließen sie einnetzen und brachten sie nach Hause.

Unscheinbare Fichte zeigt sich als Schönheit

Als wir den Baum aufstellten, staunten wir. Die eigentlich unscheinbare Fichte erwies sich, ins rechte Licht gerückt und fachmännisch geschmückt, als stille Schönheit. „Das ist der beste Baum, den wir je hatten“, sagte unsere Tochter, was wirklich etwas heißen will. Auch die anderen im Vergleich zu früheren Zeiten wenigen Gäste, die uns über die Weihnachtstage besuchten, waren ganz angetan.

Der Baum ist ein echter Lichtblick. Wir werden ihn länger bei uns behalten als seine Vorgänger, und es könnte gut sein, dass er noch dem Osterstrauß begegnet.

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Von Bernd Haase