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Aus der Stadt Das sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus der Diskussion
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HAZ-Salon zur OB-Wahl: Das sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus der Diskussion

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21:21 23.10.2019
HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt diskutiert mit den Kandidaten. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Es wird spannend. Am kommenden Sonntag, 27. Oktober, wählen die Hannoveraner ein neues Stadtoberhaupt. Zwischen den OB-Kandidaten Marc Hansmann (SPD), Eckhard Scholz (parteiloser Bewerber der CDU) und Belit Onay (Grüne) zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab – mit leichten Vorteilen für Scholz und Onay, wie eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der HAZ ergeben hat. Im Gespräch mit HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt am Dienstagabend in der Burg Königsworth vor 150 Zuschauern konnten die drei aussichtsreichsten Kandidaten noch einmal ihr Profil schärfen.

Der Videostream aus dem HAZ-Salon:

Hier die wichtigsten Erkenntnisse des Abends:

Umgangston bleibt freundlich

Etliche Diskussionen haben die drei Kandidaten bereits gemeinsam hinter sich gebracht, etliche Male ihre Positionen ausgetauscht. Jetzt geht es um alles, dennoch schaltet keiner der drei Bewerber auf Attacke. Der Umgang ist respektvoll, die Kandidaten applaudieren höflich, wenn ein Konkurrent die Bühne betritt. Verbale Tiefschläge bleiben aus.

Persönliches kommt stärker zum Vorschein

Die Positionen der Kandidaten liegen oft dicht beieinander. Aber die Wahl eines Oberbürgermeisters ist auch eine Personenwahl, und die Persönlichkeit der drei Bewerber tritt immer deutlicher zutage:

Hansmann stammt aus einer armen Familie, sein Vater war Alkoholiker. Dennoch gelingt ihm eine bemerkenswerte Karriere, die ihn bis in die Vorstandsetage von Enercity geführt hat. Das sozialdemokratische Versprechen „Aufstieg durch Bildung“ treibt ihn weiter an.

Onay stammt aus einer Gastarbeiterfamilie und weiß, was es bedeutet, sich fremd im eigenen Land zu fühlen. Teilhabe für alle Menschen am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ist daher eines seiner wichtigsten Themen.

Der ehemalige VW-Manager Scholz wirkt noch immer verbittert, wenn er auf auf die VW-Diesel-Affäre angesprochen wird. Zugleich hat ihm die Arbeit bei VWN eine finanzielle Sicherheit beschert, die es ihm ermöglicht, sich jetzt auf das Abenteuer der Politik einzulassen.

Radikalste Forderungen kommen zum Klimaschutz

Behutsam gehen die drei Kandidaten bei vielen Fragen zur Stadtpolitik vor, nicht so beim Klimaschutz. Hansmann will das Kohlekraftwerk in Stöcken auf Biomasse umstellen. Onay möchte eine autofreie Innenstadt, und Scholz fordert, dass Hannover Fahrradhauptstadt werden soll. Alle drei wollen offenbar beim derzeitigen Trendthema punkten und sich nicht nachsagen lassen, zögerlich zu agieren.

Konkrete Lösungen zu Verwaltungs-Engpässen

Wochenlange Wartezeiten auf Termine beim Amt, dringend benötigte Urkunden werden nur mit langer Verzögerung ausgestellt: Zu den aktuellen Engpässen in der Verwaltung machen alle drei Kandidaten konkrete Lösungsvorschläge. Onay plädiert dafür, rasch Ersatzpapiere auszustellen, Scholz will schnellstmöglich Personal „zuführen“, und Hansmann will andere Kommunen um kurzfristige personelle Unterstützung bitten.

Gemütlicher für Stadtmitarbeiter wird es mit den Grünen

Die tariflich festgelegte Leistungsprämie für Stadtmitarbeiter darf nicht mehr wie bisher als pauschaler Betrag für jeden ausgezahlt werden – darin sind sich Rechnungsprüfer und Stadtspitze einig. Nur der Gesamtpersonalrat der Stadt meint weiterhin, dass eine Einheitsprämie eigentlich in Ordnung sei. Der Ansicht ist auch Onay und will „vom Leistungsprinzip Abstand nehmen“. Hansmann und Scholz wünschen sich dagegen, dass die Prämie zumindest ein Stück weit auch nach Leistung vergeben wird.

Was kann ein guter OB? Die Umfrage im HAZ-Salon

Weitsicht haben, Organisationstalent besitzen, volksnah sein – Besucher des HAZ-Forums am Dienstagabend nehmen Stellung zur Frage, welche Fähigkeiten ein Oberbürgermeister mitbringen sollte.

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