Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wochenmarkt in Ledeburg ist gescheitert
Hannover Aus der Stadt Wochenmarkt in Ledeburg ist gescheitert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 01.03.2019
Bei der Eröffnung des Wochenmarkts im Mai 2018 waren Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke (links) und Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette noch optimistisch.
Ledeburg/Vinnhorst

Der neue Wochenmarkt in Ledeburg ist nach nur einem knappen Dreivierteljahr Laufzeit gescheitert. Die Stadtverwaltung teilte jetzt schlicht mit, dass der Markt nicht mehr stattfindet. „Es hat einfach zu wenig Resonanz gegeben“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix. Bereits Anfang Dezember lief der letzte Markttag: Ein einziger Standbetreiber hatte sich mit einem Fischverkaufsstand eingefunden.

Doch schon nach kurzer Zeit zeigten sich Probleme: Nur wenige Kunden und Standbetreiber kamen auf den neuen Markt. Quelle: Bärbel Hilbig

Die Verwaltung habe immer wieder Händler für den Wochenmarkt angeworben, betont Dix. „Aber alle Versuche, neue Anbieter zu gewinnen, die auf Dauer diesen Markt beschicken, haben nicht zum Erfolg geführt.“ Deshalb habe der Standort nach relativ kurzer Zeit mangels Kundennachfrage wieder aufgegeben werden müssen. Offiziell stellte die Stadt den Markt Anfang Februar endgültig ein. Der Bezirksrat Nord wurde jetzt informiert.

Kunden und Händler zeigten wenig Interesse

Dabei hatten sich mit der Eröffnung des Markts Anfang Mai 2018 viele Hoffnungen verknüpft. Zahlreiche Bürger hatten sich ein neues Angebot gewünscht, nachdem der Markt am Vinnhorster Rathaus fünf Jahre zuvor schließen musste. Deshalb hatte die Stadt eigens Platz für das Markttreiben vorgesehen, als das Einkaufszentrum Ecke Mecklenheidestraße und Schulenburger Landstraße geplant wurde. Der neue Standort lag zentral, war gut mit Stadtbahn und Auto erreichbar.

Doch bereits in den ersten Wochen zeichneten sich Probleme ab. Es kamen nur wenige Kunden auf den neuen Markt, die meisten Bürger zeigten sich zögerlich. Die Stadt konnte die selbst gesetzte Zielzahl von acht Standbetreibern fast durchgängig nicht erreichen. Manche Marktbeschicker sprangen sehr schnell wieder ab, einzelne andere kamen neu hinzu. Kunden und Händler beklagten bereits im Juni das instabile und lückenhafte Angebot, so fehlten zeitweise Blumen- und Gemüsestand. Ein Problem war aus Sicht der Verwaltung der geringe Platz. Mehr als acht Stände passen nicht auf die Fläche am Kurländer Weg. Je größer ein Markt ist, desto attraktiver erscheint er jedoch Kunden und Standbetreibern. Donnerstags laufen außerdem bereits drei etablierte Wochenmärkte.

Ratspolitiker bedauern das Ende des Wochenmarkts

Im Wirtschaftsausschuss bedauerten Ratspolitiker den Wegfall des Marktes in Ledeburg. „Eigentlich hatte sich der Wunsch aus dem Stadtteil erhoben, einen Markt zu etablieren", sagte SPD-Wirtschaftspolitiker Florian Spiegelhauer. Marktamtsleiter Michael Flohr betonte, dass die Möglichkeiten, für den Markt zu werben, beschränkt gewesen seien. „Wir können ja keine Gebühren erheben, um Werbung für Wochenmärkte zu finanzieren“, sagte Flohr. Auch die Grünen zeigten sich enttäuscht. „Wichtig ist, dass wir weiter dranbleiben und die Wochenmärkte voranbringen“, sagte Grünen-Wirtschaftspolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian.

Kommentar: Wunsch und Wirklichkeit

Manchmal ist die Größe eines Wochenmarkts gar nicht entscheidend für seinen Erfolg. Auch kleinere Märkte haben sich etabliert und werden von der Nachbarschaft sehr geschätzt. Doch ob Angebot und Nachfrage zueinander passen, lässt sich nicht vorhersagen. Eine gewisse Grundausstattung ist allerdings sicher wichtig. Ohne attraktiven Obst- und Gemüsestand wird kein Markt lange bestehen. Fleischer und Fischhändler sind meist ebenfalls willkommen, zumal sie als eigenständige Einzelhandelsgeschäfte nur noch in wenigen Stadtteilen zu finden sind. Ein Imbiss- oder Kaffeestand ist oft ein Gewinn für die Stimmung auf dem Platz.

Der Versuch, einen neuen Wochenmarkt im Nordwesten Hannovers zu etablieren, hat nicht geklappt. Nur wenige Ledeburger und Vinnhorster haben sich für den Markt an der Grenze beider Stadtteile interessiert. Trotz Supermarkt, reichlich Parkplätzen und Stadtbahnhaltestelle. Auch die meisten Händler zeigten keine Geduld, vielen reichten zwei oder drei verlustreiche Markttage. Der vorher viel beschworene Wunsch nach einem Wochenmarkt bestand offenbar gar nicht. Das hat der Test in der Realität jetzt gezeigt.

Von Bärbel Hilbig und Andreas Schinkel

Die Polizei Hannover sucht einen Randalierer, der in der Nacht zu Dienstag im Stadtteil Stöcken sieben Autos demoliert hat. In allen Fällen trat der Unbekannte gegen die Außenspiegel der Fahrzeuge. Es ist bereits der vierte größere Vorfall dieser Art in Hannover in diesem Jahr.

26.02.2019

Der CDU-Bezirksratsherr Echtibar Ganijev verzichtete zum 31. Januar 2019 auf sein Mandat im Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. Seinen Sitz übernimmt nun Adrian Marius Grandt.

26.02.2019

Rund 50 Schüler und Eltern haben am Dienstagmorgen vor der Waldorfschule am Maschsee an der Straße An der Engesohde gegen rücksichtslose Elterntaxis protestiert. Ihre Bitte: Man sollte die Kinder die letzten Meter zur Schule besser zu Fuß begleiten.

26.02.2019