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Aus der Stadt Schostok landet im unteren Mittelfeld
Hannover Aus der Stadt Schostok landet im unteren Mittelfeld
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16:40 20.08.2018
Mehr als die Hälfte der Bürger ist unzufrieden mit ihm: Oberbürgermeister Stefan Schostok. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Als es im September 2013 zur Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters ging, hatte er klar die Nase vorn: Mit 66,3 Prozent setzte sich Stefan Schostok (SPD) gegen den damaligen Kandidaten der CDU, Matthias Waldraff, durch. Unter den Eindruck der Rathaus-Affäre ist der triumphale Sieg mittlerweile verblasst. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage sind 55 Prozent der Befragten unzufrieden mit Schostok. Zufrieden zeigten sich nur 37 Prozent, die fehlenden acht Prozent waren unentschieden. Unter den Oberbürgermeistern der 15 wichtigsten deutschen Städte landete Schostok auf Platz 10 – ein Rang im unteren Mittelfeld.

„Für einen Amtsinhaber ist es kein guter Wert, wenn mehr als die Hälfte der Bürger mit ihm nicht zufrieden sind“, sagt Peter Matuschek, Leiter der Politikforschung bei Forsa. In der Regel hätten Oberbürgermeister oft schon durch ihr Amt die Chance, sich einen Bonus zu erarbeiten. „Bürger fällen ihre Urteile oft nicht nach parteipolitischen Präferenzen, sondern beurteilen die Qualifikation des Amtsinhabers.“ Es sei bemerkenswert, dass selbst die Oberbürgermeister von Städten wie Essen oder Dresden, die mit vielfältigen Problemen zu kämpfen hätten, deutlich bessere Beliebtheitswerte als Schostok verzeichneten.

Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci sagte, die Beliebtheitswerte des Oberbürgermeisters seien „sicherlich noch ausbaufähig“. Die Forsa-Zahlen hält er für realistisch: „Wir haben gerade schwere Zeiten in Hannover“, sagte er mit Blick auf die Rathaus-Affäre. „Die Umfrage spiegelt die Stimmung in Hannovers Bevölkerung wider“, sagte Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis. Allerding sei diese nur eine Momentaufnahme. CDU-Fraktionschef Jens Seidel sich wenig überrascht: „Bemerkenswert ist nur, dass noch 37 Prozent zufrieden mit dem Oberbürgermeister sind“, sagte er: „Schostok hat der Stadt erheblichen Schaden zugefügt.“

Schostok selbst bewertete das Ergebnis als „weiteren Ansporn“, Hannover voranzubringen. „Sollten aktuelle Ereignisse die Einschätzungen in der öffentlichen Wahrnehmung überlagern: Wir verfolgen viele Projekte und Themen, die Hannovers Stadtentwicklung prägen“, erklärte er. „Daran arbeiten wir erfolgreich – und werden es weiter tun.“ Er sei überzeugt davon, dass die Bürger dies am Ende honorieren würden.

Für die Umfrage wurden mehr als 9000 Bürgerinnen und Bürger vom 25. Juli bis zum 16. August in den 15 größten Städten Deutschlands befragt.

Die RTL-Mediengruppe hatte die Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben. Der Nürnberger Ulrich Maly ist mit einer Zustimmungsquote von 72 Prozent mit Abstand der beliebteste Oberbürgermeister. Am unzufriedensten sind die Bürger mit der Arbeit des Bremer Bürgermeisters Carsten Sieling – fast zwei Drittel (64%) bewerten ihn negativ.

So beliebt sind die Oberbürgermeister

1. Ulrich Maly (Nürnberg): 72% zufrieden, 23% unzufrieden

2. Dieter Reiter (München): 60% zufrieden, 32% unzufrieden

3. Thomas Kufen (Essen): 56% zufrieden, 33% unzufrieden

4. Dirk Hilbert (Dresden): 55% zufrieden 35%, unzufrieden

5. Peter Feldmann (Frankfurt): 52% zufrieden, 42% unzufrieden

6. Burkhard Jung (Leipzig): 47% zufrieden, 47% unzufrieden

7. Peter Tschentscher (Hamburg): 44% zufrieden, 28% unzufrieden

8. Ullrich Sierau (Dortmund): 43% zufrieden, 49% unzufrieden

9. Fritz Kuhn (Stuttgart): 39% zufrieden, 56% unzufrieden

10. Stefan Schostok (Hannover): 37% zufrieden, 55% unzufrieden

11. Thomas Geisel (Düsseldorf): 37% zufrieden, 58% unzufrieden

12. Sören Link (Duisburg): 37% zufrieden, 59% unzufrieden

13. Michael Müller (Berlin): 34% zufrieden, 60% unzufrieden

14. Henriette Reker (Köln): 33% zufrieden, 59% unzufrieden

15. Carsten Sieling (Bremen): 27% zufrieden, 64% unzufrieden

Von Simon Benne

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