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Aus der Stadt Virus tötet Hunderte Amseln
Hannover Aus der Stadt Virus tötet Hunderte Amseln
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00:17 04.09.2018
Vom Usutu-Virus dezimiert: Die Amsel-Population im Norden leidet auch. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Hannover

Tropenmediziner und der Naturschutzbund Deutschland warnen vor dem Usutu-Virus. Vor allem im Spätsommer wird das Virus von Stechmücken auf Vögel übertragen. Jetzt hat es auch den Norden Deutschlands erreicht und zieht ein Vogelsterben nach sich. In Niedersachsen gibt es bereits 254 Verdachtsfälle – meist sind Amseln betroffen. „Wir haben in diesem Jahr deutschlandweit knapp 1500 Fälle, knapp zwei Drittel davon alleine im August“, sagt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen. Bislang sei das Virus lediglich in wärmeren Regionen entlang des Rheintals und am Untermain aufgetaucht. „Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht“, sagt Foth. Der warme Sommer dieses Jahres dürfte die Ausbreitung des ursprünglich tropischen Virus begünstigt haben.

Damit die Ausbreitung des für Vögel tödlichen Virus besser dokumentieren zu können, müssen möglichst viele Verdachtsfälle in den Laboren bestätigt werden. Deshalb bitten der Naturschutzbund und die forschenden Tropenmediziner die Menschen der Region darum, verendete oder kranke Vögel unter www.nabu.de/usutu-melden zu melden oder sogar zur Untersuchung einzusenden. Die Untersuchungen nehme das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNI), aber auch einige veterinärmedizinische Untersuchungsämter vor. Tote Vögel sollten nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. Für Menschen besteht laut Nabu nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr durch Usutu-Viren.

2011 starben erstmals zahlreiche Vögel in Deutschland am afrikanischen Usutu-Virus. Seitdem kommen von Mai bis September vor allem Amseln ums Leben. Die Usutu-Epidemie sei deshalb auch als Amselsterben bekannt. Allerdings werden auch andere Vogelarten von dem Virus befallen und können daran sterben. Laut Nabu wirken infizierte Vögel offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. „Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln", erklärt Foth. „Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wild lebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen. Ziel ist es, neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können.“

Von Tomma Petersen

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