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Hannover: Aktivisten zeichnen Stadt Hannover mit Negativpreis Miethai aus

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18:14 31.01.2020
Aktivisten wollen mit einem Stoff-Hai ins Rathaus, werden aber von der Polizei aufgehalten. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Stadtpolitiker hatten sich auf Tumult in der Ratssitzung am Donnerstag eingestellt – doch passiert ist wenig. Aktivisten der Gruppe Nordstadt Solidarisch wollten der Stadtverwaltung sowie den Ratspolitikern während einer Sitzung den „Mega-Miethai“ verleihen, eine Art Anti-Trophäe. „Die Stadt rollt Investoren den roten Teppich aus, aber sie müsste viel mehr für den Schutz der Mieter tun“, sagte einer der Aktivisten im Gespräch mit der HAZ. Zur Übergabe des Negativpreises kam es aber nur vor der Rathaustür.

Polizisten stehen vor dem Rathauseingang

Schon am frühen Nachmittag hatten sich mehrere Polizisten vor dem Eingang des Rathauses aufgestellt, da Demonstrationen im Inneren des Gebäudes grundsätzlich nicht erlaubt sind. „Wir haben den Aktivisten zwei Termine vor der Ratssitzung angeboten, um ihren ,Preis’ an Bürgermeisterin Regine Kramarek zu übergeben“, sagte Stadtsprecher Dennis Dix. Doch erschienen sei niemand. Erst gegen Ende der Ratssitzung am späten Nachmittag versammelte sich eine Gruppe vor der Rathaustür, einen Stoff-Hai im Arm. Die Gruppe wurde aber von den Polizisten am Betreten gehindert. Am Ende nahm der Protokollchef des Rathauses den Hai entgegen – vor dem Eingang.

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Die Protestler dürfen das Rathaus nicht betreten. Quelle: Samantha Franson

Mieterbund kann Kritik nicht nachvollziehen

Die Kritik der Aktivisten an der Stadtpolitik teilt der Mieterbund Hannover nicht. „Wir haben keineswegs den Eindruck, dass die Stadt Hannover nichts gegen steigende Mietpreise tut, im Gegenteil“, sagte Reinold von Thadden, Verbandsjustiziar beim Mieterbund. Viel Geld werde in die Wohnungsbauförderung investiert, um trotz steigender Baukosten günstige Mieten anbieten zu können. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Bauwirtschaft und uns funktioniert“, sagte von Thadden.

Haus und Grund: „Das ist Populismus“

Kopfschütteln über die Protestaktion im Rat herrschte beim Immobilieneigentümerverein Haus und Grund. „Diese Anmaßung der Aktivisten ist unsachlich, von keiner Kenntnis getrübt, schlicht und einfach populistisch“, sagte Vorstandschef Rainer Beckmann. Die Aktion diene dem alleinigen Zweck zu provozieren und sei daher nicht Ernst zu nehmen. Aus Sicht des Immobilieneigentümerverbands trage die Stadtverwaltung mit ihren Bauvorschriften durchaus eine Mitschuld daran, dass Neubauten in Hannover immer teurer würden und folglich auch die Mieten stiegen.

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