Hannover: Audi und Mercedes liefern sich illegales Autorennen
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Aus der Stadt Audi und Mercedes liefern sich illegales Autorennen auf dem Cityring
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Hannover: Audi und Mercedes liefern sich illegales Autorennen

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20:05 21.01.2021
Die Polizei konnte einen 30-Jährigen stoppen, nach der Kontrolle durfte er aber weiterfahren.
Die Polizei konnte einen 30-Jährigen stoppen, nach der Kontrolle durfte er aber weiterfahren. Quelle: Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die Polizei ermittelt wegen eines illegalen Autorennens mitten in Hannover. Am Mittwochabend jagten demnach ein Audi- und ein Mercedes-Fahrer mit hohem Tempo vom Friederikenplatz in Richtung Aegidientorplatz. Ein Verdächtiger konnte gefasst werden, dem zweiten gelang die Flucht. Es ist bereits das zweite illegale Rennen auf diesem Bereich des Cityrings binnen weniger Monate.

Der Audi A3 und das Mercedes-SUV fielen einer Zivilwagen-Besatzung gegen 18.50 Uhr an der Rot zeigenden Ampel an der Einmündung des Leibnizufers zum Friederikenplatz auf. „Der Audi-Fahrer ließ permanent den Motor seines Wagens aufheulen“, sagt Polizeisprecher Michael Bertram. Die dabei provozierten Fehlzündungen verursachten laute Knallgeräusche. Als die Ampel schließlich Grün zeigte, sei der 30-Jährige mit Vollgas Richtung Friedrichswall davongerast.

Kleinwagen geschnitten

„Dort setzte sich dann der Geländewagen vor den Audi“, sagt Bertram. Der Mercedes blockierte so den A3, während ihres illegalen Rennens gefährdeten die beiden Fahrer weitere Verkehrsteilnehmer. Bertram: „Der Audi schnitt dabei auch einen Kleinwagen auf dem mittleren Fahrstreifen.“ Erst am Aegidientorplatz habe der 30-Jährige plötzlich gebremst und sei rechts rangefahren. Zusammen mit seinem 21-jährigen Begleiter stieg der Mann dort aus. Der weiße Mercedes GLC Coupé neueren Baujahrs hingegen raste Richtung Schiffgraben davon. Die Polizei bittet unter Telefon (05 11) 1 09 39 20 um Zeugenhinweise.

Audi-Fahrer darf Führerschein vorerst behalten

Gegen den 30-jährigen Audi-Fahrer wird nun wegen unerlaubten Kraftfahrzeugrennens ermittelt. Allerdings darf er vorerst seinen Führerschein behalten und konnte nach der Kontrolle weiterfahren. Selbst die nicht eingetragenen Veränderungen an Fahrwerk, Luftfilter, Beleuchtung und Auspuffanlage führten nicht zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Laut Bertram hatte der A3 rote Kennzeichen, wie sie bei Probefahrten genutzt werden. Diese Sonderform der Zulassung mache ein Stilllegen rechtlich nicht möglich.

Ähnliches Rennen schon vier Monate zuvor

Am Abend des 20. August gab es schon einmal ein illegales Straßenrennen auf dem Cityring. Damals endete es für den Fahrer dieser weißen Mercedes-Limousine mit einem Unfall am Aegidientorplatz. Quelle: Ronald Meyer-Arlt

Exakt vier Monate zuvor gab es auf derselben Strecke schon einmal ein illegales Straßenrennen. Das Kräftemessen am Abend des 20. September endete mit einem Unfall am Aegi. In der Kurve verlor ein 25-Jähriger die Kontrolle über seinen 340 PS starken Mercedes CLS und rammte eine Straßenlaterne.

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Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Auch damals konnte der zweite Raser Richtung Schiffgraben fliehen und ist nach wie vor unbekannt. Laut Strafgesetzbuch drohen bei illegalen Straßenrennen bis zu zwei Jahre Haft, inklusive Gefährdung anderer bis zu fünf und bei Schwerverletzten oder gar Toten zehn Jahre Gefängnis.

Von Peer Hellerling