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Aus der Stadt Preis für ein „Liebesbekenntnis“ zu Deutschland
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Autorin Nora Krug für Heimat mit Evangelischem Buchpreis geehrt

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00:23 08.06.2019
Lobende Worte: Landesbischof Ralf Meister und Katja Thimm zeigen in der Neustädter Kirche das Buch „Heimat – Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Es war eine Preisverleihung ohne Preisträgerin: Die Autorin und Illustratorin Nora Krug ist am Mittwoch in der Neustädter Hof- und Stadtkirche mit dem Evangelischen Literaturpreis ausgezeichnet worden – und war selbst nur per Skype zugeschaltet. Die Autorin, die in New York lebt, wohnte der Feier aus der Ferne bei. Und irgendwie passte das zum Thema ihres ausgezeichneten Buches „Heimat – Ein deutsches Familienalbum“ (Penguin Verlag, 288 Seiten, 28 Euro), in dem sie Vertrautes aus der Distanz betrachtet.

Preis ist mit 5000 Euro dotiert

Das Buch sei „richtig gut“, schwärmte Landesbischof Ralf Meister: „Heimat ist ja ein zentrales Thema unserer modernen Gesellschaft – dieses Ausnahmewerk widmet sich ihm in besonderer Weise.“ Auch Christopher Krieghoff, Vorsitzender der Jury, pries das Buch als „Gesamtkunstwerk“. Der Preis des Evangelischen Literaturportals, eines Dachverbandes kirchlicher Büchereien, ist mit 5000 Euro dotiert.

Spurensuche in der eigenen Familie

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, nimmt ihre Leser in „Heimat“ mit auf eine Spurensuche in der Geschichte ihrer eigenen Familie in der NS-Zeit. Sie hat Dachböden durchforstet, in Archiven gestöbert, Familienlegenden kritisch hinterfragt. „Heimat“ ist eine Art Kollage, ein Comic, ergänzt um längere Texte, Fotos und historische Dokumente. „Das zentrale Thema meines Buches ist die Suche nach Identität“, sagte die zugeschaltete Autorin.

„Dieses Buch bedeutet das Gegenteil von irgendeiner Tümelei und nationaler Großspurigkeit“, sagte Autorin Katja Thimm in ihrer Laudatio. Es sei eine Warnung vor Populismus – und aus der Sicht von Krug zugleich ein „Liebesbekenntnis an Deutschland in all seiner Zwiespältigkeit“.

Von Simon Benne

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