Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt „Schützenfest-Mucke für Langhaarige“ ist Exportschlager
Hannover Aus der Stadt „Schützenfest-Mucke für Langhaarige“ ist Exportschlager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.09.2018
Die Extrementory Grindfuckers auf ihrer USA-Kanada Tour in Detroit. Quelle: Wonsikiewicz
Hannover

Giftgrünen Pfefferminzlikör haben die Musiker immer neben ihren Musikinstrumenten im Gepäck verstaut. Es ist ihr Standardgetränk vor jedem Auftritt. Die Extrementory Grindfuckers sind in Hannover zwar eine Nischenband – im Ausland haben die fünf Musiker dafür eine riesige Fangemeinde. In diesem Jahr spielte die hannoversche Band bereits in zwölf verschiedenen Ländern. In Barcelona hatten sie kürzlich ihren 300. Gig. In Sofia spielten sie vor ausverkauftem Haus, mussten Fans Hände schütteln und Autogramme geben. Ihr Alleinstellungsmerkmal: Sie covern bekannte Songs wie „Ein bisschen Spaß muss sein“ mit einer Mischung aus Punk und Deathmetal – Grindcore genannt. „Grindcore plus Top 40 – so könnte man unsere Musikrichtung beschreiben“, erklärt Frontmann Kai Reidenbach die besondere Stilrichtung seiner Band.

Die Extrementory Grindfuckers aus Hannover sind im Ausland Kult

Robert Adam (39) hat die Band 2001 in seinem Kinderzimmer gegründet und steht noch immer an der Gitarre der Grindcore-Kombo. „Uns fiel damals auf, dass es ein Tabu ist, heftigen Heavy Metal mit Spaß und Albernheit zu verbinden“, erklärt er die Idee. Und weiter: „Wir machen Schützenfest-Mucke für Langhaarige.“ Zunächst sei alles nur ein Spaß-Projekt gewesen, aber der Erfolg motivierte die Musiker schnell zum Weitermachen. Kai Reidenbach (30) ist Sänger und seit vier Jahren in der schrägen Hannover-Band dabei. Mike Wonsikiewicz (28) ist der jüngste Neuzugang in der Gruppe, der Keyboarder kam eher zufällig zu den Extrementory Grindfuckers hinzu. Schlagzeuger Christian Sander (37) ist wie Adam Gründungsmitglied. Andreas Brunke (37) zupft seit fünf Jahren an den Basssaiten der Band und sagt: „Ich mache auch ab und an ein paar Rumbrüll-Laute.“ Die spaßige Band, die weder Management noch Label hat, macht alle anfallenden Tätigkeiten selber. Von Anfang an war es das Internet, dass ihnen zum Durchbruch verhalf. Die aufgenommen MP3-Songs wurden auf Plattformen wie Napstar und Casa hochgeladen. „Das Internet war 2001 noch relativ jungfräulich was Musik anbelangt“ erklärt Adam die Anfänge. Schnell konnte sich die ungewöhnliche Band aus Hannover in Europa einen Namen machen. Ab 2003 folgten die ersten Auftrittsanfragen. „Wir hatten eine so schlechte Idee, dass es vorher einfach niemand gemacht hat“, erklärt Sander das Erfolgsrezept und lacht. Bereits vier Mal haben sie beim weltgrößten Metal-Festival in Wacken gespielt, zuletzt 2014. Brunke: „Das war ein eindrucksvolles Erlebnis vor 10000 Menschen zu spielen – der Wahnsinn.“ Beim Summerbreeze-Festival in Bayern toppten sie die Zuschauerzahl noch einmal, da waren es sogar 25ooo Zuschauer.

Die Extrementory Grindfuckers sind in Hannover eher unbekannt. Dafür spielen sie im In- und Ausland regelmäßig große Shows.

Die Musiker sind auf großer USA-Kanada Tour unterwegs

Am Sonntag sind sie von einer zweiwöchigen USA-Kanada Tournee zurückgekommen. Bandgründer Adam lacht und sagt: „Unsere Frauen waren mal wieder sauer, weil wir schon wieder unterwegs waren.“ Zu der Tournee kam es durch einen Aufruf in den sozialen Medien. Sie fragten ihre Community aus über 12000 Followern, wo sie als nächstes spielen sollten. Ein weiblicher Fan aus den USA wünschte sich, dass die Jungs auch einmal dorthin kämen. Die junge Frau stellte einen Kontakt zu einem Konzertveranstalter her und die Band fing an zu planen. Adam sagt über die Zeit in Amerika: „Es war ein Kulturschock. Es war sehr heterogen. In Ottawa hatten wir ausverkauftes Haus und in Detroit hatten wir fünf Zuschauer – der Tiefpunkt.“ Insgesamt waren die Hannoveraner 17 Tage unterwegs. Anfang November folgt eine Deutschlandtournee –Hannover ist nicht dabei. Und das, obwohl sie bei der Fête de la Musique im Juni die Headliner auf der Heavy-Metal Bühne waren. Hier fehle einfach die Fangemeinde, erklärt Brunke. Und fügt an: „Dafür ist man in Österreich verrückt nach uns.“ Mal sehen, wann die lustigen Schreihälse auch in ihrer Heimat mal wieder den Pfefferminzlikör rausholen.

Von Marleen Gaida

Die Grünen-Schulpolitikerin Julia Willie Hamburg fordert von der Landesregierung bessere Unterstützung für die IGS Stöcken. Sie hat eine Kleine Anfrage gestartet.

20.09.2018

Wissenschaftlich ist es eine Sensation: Tief unter der Stadt leben viele Tiere im Grundwasser. Wissenschaftler hatten das nicht für möglich gehalten. Jetzt nimmt die Forschung Fahrt auf.

23.09.2018

Fahrplanänderung: Wegen Bauarbeiten am Hochbahnsteig Steintor werden die Stadtbahnlinien 10 und 17 umgeleitet.

20.09.2018