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Aus der Stadt Bezirksrat verschiebt Standortbeschluss für neue Grundschule
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat verschiebt Standortbeschluss für neue Grundschule
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00:16 27.03.2019
26.11.2018, Niedersachsen, Hannover: Vertreter von Stadt und Gericht verhandeln auf dem Spielplatz an der Lange-Feld-Straße. Eine Anwohnerin klagt wegen lärmenden Jugendlichen, die sich abends auf dem Spielplatz aufhalten. Foto: Moritz Frankenberg Quelle: Moritz Frankenberg
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Bemerode

Nach hitzigen Debatten um den neuen Grundschulstandort verschiebt der Bezirksrat den Beschluss. Der zuletzt von der Verwaltung vorgeschlagene Bauplatz an der Wihelm-Göhrs-Straße sei „nicht optimal“. Auch eine mögliche Bebauung des Vincentspielplatzes traf auf harte Kritik: Bürger sammelten rund 1300 Unterschriften gegen den Standort. Nun fordert der Bezirksrat mehr Zeit für die Entscheidung – und alternative Standortvorschläge von der Verwaltung.

Dass diese auf sich warten lassen, verärgert die Stadtteilpolitiker: „Der Bezirksrat hat immer wieder neue Vorschläge gemacht - von der Verwaltung kommt nichts“, beklagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Annette Volland, „seit einem Jahr sind Schul- und Baudezernat nicht gewillt oder nicht fähig, sich in dem Konflikt zu bewegen.“ Dem pflichtet auch FDP-Fraktionsvorsitzender Norman Ranke bei: Der Auftrag an die Verwaltung, Alternativstandorte in Bemerode, beziehungsweise am Kronsberg, zu suchen sei „noch nicht abgearbeitet“.

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Grund für den Aufschub ist unter anderem der Ausbau der Sportflächen des TSV Bemerode. Direkt neben dem vorgeschlagenen Grundschulstandort an der Wilhelm-Göhrs-Straße plant der Verein einen neuen Kunstrasenplatz, zwei Fußballfelder und weitere Trainingsplätze. „Auch aufgrund der unterschiedlichen langen Planungsvorläufe“ von Sportanlagen und Grundschule sei die Verschiebung des Standortbeschlusses sinnvoll. Würde die sechste Grundschule dort errichtet werden, müssten acht Tennisplätze weichen – und einige hundert Meter weiter neu errichtet werden.

Vereinsvorstand Manfred Duttke sieht die Beschlussverschiebung zwiegespalten. Die Tennisplätze blieben nun zwar zunächst dort, wo sie sind. Das freue die rund 300 Tennisspieler des Vereins. Auf lange Sicht hätte er allerdings lieber Planungssicherheit und eine finale Entscheidung über den Standort.

Das ist auch im Sinne des Bezirksrates: Trotz der Verschiebung solle rechtzeitig entschieden werden, wo die Grundschule stehen soll, um „ausreichend Zeit für planungsrechtliche Schritte“ zu ermöglichen. Daher wollen die Stadtteilpolitiker eine endgültige Entscheidung über den Grundschulstandort „in zwei bis drei Jahren treffen“, erzählt Ranke. 2026 nimmt die sechste Grundschule den Betrieb auf – sofern alles nach der derzeitigen Planung läuft.

Von Jacqueline Hadasch