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Aus der Stadt Sanierung des Rathauses kostet mindestens acht Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt

Hannover–Bemerode: Sanierung des Rathauses kostet mindestens acht Millionen Euro

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00:15 04.06.2019
Das Rathaus Bemerode beherbergt die Dienststelle des Kommunalen Sozialdienstes (KSD) der Stadt für die südöstlichen Stadtteile. Quelle: Foto: Dennis Dix, Stadt Hannover
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Bemerode

Feuchtigkeitsschäden, nicht genügend Fluchtwege und mangelnder Brandschutz – das Rathaus Bemerode weist erheblichen Sanierungsbedarf auf. Das 1969 fertiggestellte Gebäude habe den „baulichen Ursprungszustand“ ebendieses Jahres, erklärte Bernd Stellmann vom Fachbereich Gebäudemanagement in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Kirchrode Bemerode Wülferode. Seit der Errichtung des Rathauses habe es kaum Instandhaltungsmaßnahmen gegeben. Um die heutigen Mängel zu beseitigen, sei daher mit einem „Finanzbedarf von acht bis zehn Millionen Euro“ zu rechnen.

Besonders der Brandschutz entspricht nicht mehr den aktuellen Standards: Es gibt nur ein Treppenhaus im Gebäude, über das die Flucht im Brandfall möglich wäre. „Heute würde man zwei anbieten“, sagt Stellmann. Zudem sei das Treppenhaus nicht von der Eingangshalle abgetrennt – auch das ist heute nicht mehr in Ordnung. Im Innern des Gebäudes gibt es außerdem zahlreiche Feuchtigkeitsschäden, die Stahlkonstruktion am Haupteingang ist erheblich verrostet und an tragenden Bauteilen des Hauses ist der Beton abgeplatzt.

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Neues Dach und neue Fassaden

Mit dem sechsstelligen Betrag soll bald Abhilfe geschaffen werden. Es gäbe Pläne für eine Dach- und Fassadenerneuerung, so Stellmann. Der Brandschutz solle verbessert und eventuell ein zweites Treppenhaus am sechsstöckigen Hochhaus des Gebäudes errichtet werden. Die Sanierung dient nicht nur der Sicherheit, sondern senkt auch den Gesamtenergieverbrauch des Rathauses – von 407 auf voraussichtlich 180 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Geplant sind außerdem weitere barrierefreie WCs, derzeit gibt es nur eines in der Eingangshalle. Laut Stellmann soll die Machbarkeitsstudie für das Projekt im Sommer abgeschlossen sein. Diese sei die Basis für die Umsetzung der Sanierung.

Überrascht über die hohen Kosten äußerten sich die Grünen im Bezirksrat. Bereits vor rund zwei Jahren hatte die Fraktion um Vorsitzende Annette Volland einen Antrag zur Sanierung des Rathauses gestellt. „Das ist nun etwas mehr als ich erwartet hatte“, wundert sich Volland. Genauere Angaben zu den Sanierungskosten ließen sich nach Durchführung der Studie machen, erklärt Stellmann. Trotz des starken Sanierungsbedarfs sei weiterhin niemand, der das Gebäude betrete, in Gefahr.

Von Jacqueline Hadasch