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Aus der Stadt Betrunkener greift Sanitäter an – Haftstrafe
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Betrunkener greift Krankenwagen an

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17:07 12.06.2019
Der Randalierer musste sich für seine Taten vor dem Amtsgericht Hannover verantworten. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Seine Haftstrafe sollte eigentlich in etwa drei Jahren enden – doch nun wurde ein 59-jähriger Mann vom Amtsgericht Hannover zu einer weiteren Freiheitsstrafe von vier Monaten wegen Sachbeschädigung und Diebstahls verurteilt. Im Spätsommer 2018 hatte Dirk W. aus einem Supermarkt in der List Likör gestohlen, im Streit mit Rettungssanitätern einen Krankenwagen beschädigt und im Klinikum Siloah ein Kissen angezündet.

Zum Streit mit den Sanitätern kam es, weil diese sich geweigert hatten, den störrischen Mann im Rettungswagen zu transportieren. Daraufhin warf der 59-Jährige eine Flasche gegen die Windschutzscheibe des Fahrzeugs. Schließlich wurde W. mit einem anderen Rettungswagen ins Siloah transportiert. Doch dort zündete er ein Kissen an – aus Angst, wie er sagte. Denn zuvor habe er vergeblich den Alarmknopf gedrückt.

Ein halbes Leben in Haft

In der Verhandlung stellte sich heraus, dass W. im September 2018 einen weiteren Diebstahl in einem Rewe-Markt in der Limmerstraße begangen hatte. Danach musste er sich einem Alkoholtest unterziehen. Das Ergebnis: 3,52 Promille. Zwischen August und Oktober 2018 musste der Angeklagte mehr als 50-mal mit einem Rettungswagen in Krankenhäuser transportiert werden. Hintergrund ist seine starke Betäubungsmittelabhängigkeit. Er konsumiere täglich Alkohol, sagte er, und wenn das Geld reiche, auch andere Drogen wie Kokain. Der 59-Jährige war schon als junger Mann straffällig geworden. In seinem Vorstrafenregister sind 42 Einträge notiert; W. schätzt, dass er etwa 25 Jahre seines Lebens in Haft saß.

Respektlosigkeit gegenüber Helfern

„Im Grunde ist es Elendsverwaltung, die wir hier betreiben“, sagte Verteidiger Holger Nitz. Richter Reinhard Meffert billigte dem Angeklagten zwar eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seines erheblichen Drogenkonsums zu. Doch die Diebstähle lediglich als Bagatellkriminalität eines Suchtkranken abzutun, sei der Öffentlichkeit nicht vermittelbar, sagte der Amtsrichter. Schließlich sei W. wie jeder andere auch selbst für sein Leben verantwortlich. Die Attacke auf den Rettungswagen bezeichnete Meffert als Respektlosigkeit gegenüber Menschen, die helfen wollten.

Von Alina Stillahn

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