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Aus der Stadt Heim für psychisch Kranke: Bewohner vergewaltigt Mitarbeiterin
Hannover Aus der Stadt Heim für psychisch Kranke: Bewohner vergewaltigt Mitarbeiterin
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06:00 04.04.2019
Der Bewohner des Heims für psychisch Kranke in Misburg-Süd soll die 22-jährige Betreuerin in seinem Zimmer vergewaltigt haben. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Ein Bewohner eines Wohnheims zur Wiedereingliederung von psychisch und suchtkranken Menschen in Misburg-Süd soll eine 22-jährige Mitarbeiterin der Einrichtung sexuell misshandelt haben. Der Vorfall ereignete sich bereits am Sonntagabend in dem Haus an der Anderter Straße. „Wir ermitteln wegen einer Vergewaltigung in besonders schwerem Fall“, bestätigt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge aber erst jetzt auf HAZ-Anfrage. Beschuldigt wird ein 35-jähriger Mann, nach Informationen dieser Zeitung soll er sich an der jungen Frau in seinem Zimmer vergangen haben.

Frau flüchtet zu nahe gelegener Tankstelle

Die Hintergründe der Vergewaltigung sind noch unklar. Immerhin: „Der Verdächtige hat die Tat bereits eingeräumt und befindet sich in Untersuchungshaft“, sagt Klinge. „Die Ermittlungen dauern an.“ Die Tat ereignete sich am Sonntag gegen 20 Uhr, das Wohnheim für bis zu 19 Bewohner befindet sich etwas abseits der Anderter Straße in einem rund 100 Jahre alten Gutshaus. Nach HAZ-Informationen war es der 22-Jährigen nach der Vergewaltigung gelungen, ihrem Peiniger zu entkommen und zu einer nahe gelegenen Tankstelle zu flüchten. Dort alarmierte sie die Polizei, die den Verdächtigen noch im Wohnheim festnehmen konnte. Kripo und Spurensicherung untersuchten zudem die Räume in der Einrichtung.

Besonders brisant: Laut Klinge war der 35-Jährige erst vor Kurzem aus einer psychiatrischen Unterbringung entlassen worden und wechselte in das Wohnheim nach Misburg. Offenbar liegt die Entlassung noch nicht einmal einen Monat zurück. „Der Verdächtige war wegen Gewalttaten untergebracht worden“, sagt Klinge. Wegen Sexualdelikten sei der Mann aber bislang nicht in Erscheinung getreten. Vergewaltigung in besonders schwerem Fall wird mit mindestens zwei Jahren Haft bestraft.

Heimleitung will Fall „auf allen Ebenen“ aufklären

Die Gesellschaft Betreuungskette Am Seelberg aus Hannover als Betreiberin der Einrichtung bestätigt den Vorfall ebenfalls gegenüber der HAZ. „Da es sich aber noch um ein laufendes Verfahren handelt, werden wir dazu aber keine Stellungnahme abgeben“, sagt Geschäftsführer Detlef Geurtz. „Jetzt steht vor allem der Schutz unserer Mitarbeiterin, aber auch der unserer anderen Angestellten und Bewohner an erster Stelle.“ Das Unternehmen sei „auf allen Ebenen“ dabei, den Fall zusammen mit den Ermittlungsbehörden aufzuklären.

Von Peer Hellerling

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