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Aus der Stadt Bothfeld-Vahrenheide im Visier der Einbrecher in Hannover
Hannover Aus der Stadt Bothfeld-Vahrenheide im Visier der Einbrecher in Hannover
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09:00 08.03.2019
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Hannover

Bothfeld-Vahrenheide ist im Bezug auf Wohnungseinbrüche der gefährlichste Bezirk Hannovers. Seit Jahresbeginn registrierte die Polizei dort bereits 44 Taten, von denen 28 im Versuch stecken blieben (Stand 4. März). Kein anderer Bezirk hat derzeit einen ähnlich hohen Wert, das zweitplatzierte Buchholz-Kleefeld kommt lediglich auf 28 Einbrüche (davon 14 Versuche). Die Daten gehen aus dem Einbruchsradar der Polizei Hannover hervor, das jeden Montag aktualisiert wird. Die Ermittler haben den Norden der Landeshauptstadt inzwischen als Einsatzschwerpunkt erkannt und wollen gegensteuern.

Hohes Einbruchsrisiko

Selbst beim Einbruchsrisiko belegt Bothfeld-Vahrenheide zurzeit mit Abstand den ersten Rang: Je 10.000 Einwohner gab es seit dem 1. Januar bereits neun Taten. Dahinter folgen mit leichtem Abstand Misburg-Anderten und Buchholz-Kleefeld – sie verzeichnen bislang jeweils sechs Delikte. Bothfeld-Vahrenheide lag zwar bereits 2018 mit 143 Fällen an der Spitze der absoluten Einbruchszahlen in Hannover, das Risiko jedoch war in Kirchrode-Bemerode-Wülferode deutlich größer: Dort ereigneten sich im abgelaufenen Jahr statistisch gesehen 32 Einbrüche je 10.000 Einwohner. Aktuell liegt das Verhältnis dort gerade einmal bei zwei Taten.

Nähe zur Autobahn entscheidend

Woher kommt das Interesse der Einbrecher am Norden Hannovers? „Die Gegebenheiten vor Ort wirken auf Tätergruppen lukrativ“, erklärt Polizeisprecher Mirco Nowak, weshalb Bothfeld-Vahrenheide derzeit im Fokus der Kriminellen liegt. Im Bezirk gibt es zahlreiche Grünflächen und Gärten, über die die Einbrecher leicht Zugang zu Wohnungen und Häusern haben. Gleichzeitig liegt der Bezirk verkehrsgünstig in der Nähe der Autobahnen 2 und 7 – so können die Täter schnell fliehen.

Aus diesem Grund konzentriere sich die Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchsdiebstahl (EG WED) intensiv mit dem Bezirk. Oft gelingt es den Tätern jedoch, vor der Polizei zu entkommen – wie beispielsweise Ende Januar an der Hartenbrakenstraße in Bothfeld. Welcher Stadtteil im Bezirk jedoch vorrangig im Fokus der Einbrecher steht, kann Polizeisprecher Nowak nicht nennen. Ein Blick in die gemeinsame Stadtteilstatistik von Polizei und Stadt offenbart jedoch, dass 2017 vor allem Bothfeld mit 111 der bezirksweit 199 Taten am stärken betroffen war. Im Einwohner-Einbruch-Verhältnis war es Isernhagen-Süd mit 77 Taten am gefährlichsten. Zu den dort agierenden Tätergruppen wiederum macht Nowak „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben.

Premap berechnet Einbruchswahrscheinlichkeit

Die Polizei setze allerdings auf eine Vielzahl an Maßnahmen, um den rasanten Anstieg der Einbruchszahlen in Bothfeld-Vahrenheide zu stoppen. Unter anderem führe die EG WED laut Nowak „intensive Ermittlungen“, gleichzeitig seien auch die Streifenbeamten in den Stadtteilen sensibilisiert worden. „Sie führen unter anderem regelmäßig Kontrollen durch“, sagt Nowak. Darüber hinaus bedienen sich die Ermittler dem inzwischen stadtweit eingeführten Vorhersageprogramm „Premap“. Die Software errechnet anhand der vorliegenden Taten die wahrscheinlich nächsten Orte und Zeiten für weitere Einbrüche. Nowak: „Premap ermöglicht einen sehr guten Wissensaustausch zwischen der Ermittlungsgruppe, der Analysten und den Streifenbeamten vor Ort.“

Von Peer Hellerling

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