Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Claus Kleber stellt sich den Fragen von Nachwuchsjournalisten
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Claus Kleber stellt sich den Fragen von Nachwuchsjournalisten

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 27.11.2019
Claus Kleber (Mitte) im Gespräch mit HAZ-Volontärin Johanna Stein (von links), Björn Stöckemann, Larissa Zimmer und Josephine Andreoli. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Fake-News, Social Media, Drohungen gegen Journalisten – das sind nur einige Themen, die Nachwuchsjournalisten aus Niedersachsen bewegen. Doch warum dabei nicht von den Erfahrungen eines älteren Kollegen profitieren und sich auch ein bisschen mit ihm streiten? Am Dienstagabend hatten über ein Dutzend Nachwuchsjournalisten die Chance dazu und durften dem „Heute-Journal“-Moderator Claus Kleber ihre Fragen stellen. Mit dabei war auch HAZ-Volontärin Johanna Stein.

„Wie wir Ihre Generation erreichen, das müssen Sie uns sagen“

Egal ob Mitarbeiter der Schülerzeitung, Volontäre oder junge Redakteure – ein Thema zog sich durch den von der Paul-Greene-Stiftung unter der Moderation von Per Eggers von Radio 21 veranstalteten Abend: Wie können Journalisten junge Menschen erreichen? „Da haben wir noch keine Antwort drauf“, gab Kleber zu. Was die Nachwuchsjournalisten dabei besonders interessierte, war die Nutzung von Social Media. Bei diesem Thema zeigte sich Kleber gespalten. Er sehe die Kommunikation über soziale Plattformen jedenfalls nicht als Kern der journalistischen Arbeit und spielte den Ball zurück: „Wie wir Ihre Generation erreichen, das müssen Sie mir sagen.“ Dafür brauche es auch einen Dialog – wie an diesem Abend.

Vertrauen und Kontrolle

Nicht nur neue Medien fordern den Journalismus heraus. Fake-News und auch der Fall Relotius, der beim „Spiegel“ zahlreiche Reportagen gefälscht haben soll, scheinen das Vertrauen in den Journalismus erschüttert zu haben. Das wurde schnell klar im fast voll besetzten Saal der VGH-Versicherungen. Im Fall Relotius habe das Prinzip Vertrauen das System Kontrolle überwältigt, findet Kleber. Ganz ohne Vertrauen gehe es jedoch auch angesichts der meist knappen Zeit bis zur Veröffentlichung nicht. Trotzdem sei es der Job von Journalisten, alles in Frage zu stellen. Für seine Moderation etwa habe er eine eigene Researcherin. „Ich bin der am besten bewachte Hund beim ZDF“, sagte Kleber und lachte.

„Da muss man genau das machen, was Hannover so großartig gemacht hat“

Der Nachwuchs sprach auch die Drohungen gegen Journalisten an. Vergangenen Sonnabend hatte die NPD zu einer Demonstration gegen namentlich genannte Journalisten unter anderem des NDR aufgerufen. Da höre für ihn der Spaß auf, erklärte Kleber, wenn etwa Demonstranten vor Privathäuser von Journalisten zögen. „Da muss man genau das machen, was Hannover so großartig gemacht hat“, sagte er zur großen Gegendemonstration in der Südstadt. Dabei habe man noch paradiesische Umstände in Deutschland. Kleber erinnerte an die Situation der Kollegen in der Türkei. Zum Schluss gab er dem Nachwuchs noch einen Hinweis mit auf den Weg: „Wenn Du Angst hast, kannst Du kein Journalist sein.“

Lesen Sie auch

Von Alina Stillahn

Die Polizei Hannover ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung gegen einen 35-Jährigen. Er soll am Dienstag eine Krücke auf einen vorbeifahrenden Bus der Üstra geworfen haben. Durch die Vollbremsung stürzte im Fahrzeug eine 64-Jährige und wurde verletzt.

27.11.2019

Juri M. tötete vor einem Jahr einen Bekannten aus dem Drogenmilieu nahe dem Stützpunkt Stellwerk am Hauptbahnhof. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Gefängnis gefordert, das Gericht verurteilte den 36-Jährigen wegen Totschlags zu neuneinhalb Jahren.

27.11.2019

Die Stadtwerke Hannover demontieren eine ihrer Windkraftanlagen auf dem Kronsberg – am Donnerstag wird der Turm gesprengt. Der Rotor stammt aus dem Jahr 1990 und ist technisch veraltet. Aus Sicherheitsgründen ist das Areal am Nachmittag zu meiden, Hunde sind wegen des Knalls anzuleinen.

27.11.2019