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Aus der Stadt Kosmetik mit Meistertitel: Innung kämpft für einheitliche Ausbildung
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Die Vorsitzende der Kosmetikerinnung will Weiterbildung zum Meister etablieren

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16:44 04.03.2020
In guten Händen? Wer zur Kosmetik geht, weiß oft nicht, wie gut und lange die Ausbildung war. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Das Geschäft mit der Haut boomt – rund 1250 Kosmetikstudios gibt es im Kammerbezirk der Handwerkskammer Hannover, in den vergangenen sechs Jahren ist ihre Zahl rasant angestiegen. Aber: Für die Kosmetikerausbildung gibt es keine gemeinsamen Qualitätsstandards. Die Wege in die Branche können ganz unterschiedlich sein und sind für den Kunden schwer durchschaubar. „Kosmetikerin“ kann man in fünf Tagen oder in drei Wochen, in einer vollschulischen Ausbildung, im Fernstudium oder ganz anders werden. „In einer Woche kann man aber keinen Beruf erlernen“, sagt Joanna Gramm.

Die Vorsitzende der vor einem Jahr gegründeten Kosmetikerinnung für die Region Hannover, übrigens die bislang einzige in Niedersachsen, kämpft deshalb für einheitliche Qualitätsstandards –und wirbt für die Fortbildung zum Meister. Seit 2015 gibt es diesen Bildungsgang in Deutschland. Wer ihn erfolgreich absolviert, hat im europäischen Qualifikationsrahmen ein Bildungsniveau der Stufe 6 erreicht, was einem Bachelor-Abschluss entspricht. Damit kann man dann auch ohne Abitur sogar noch studieren.

Vier Module bereiten auf die Meisterprüfung vor

In ihrer Meisterschule hat Gramm, die in Hagenburg (Kreis Schaumburg) lebt, 2019 die ersten sechs Frauen jetzt zum Meistertitel geführt. Der Weg zum Meister führt durch vier Module – aus zwei Teilen Fachpraxis, sowie dem technischen Fachwirt beziehungsweise Betriebswirtschaft und Recht im dritten Teil sowie der Ausbildereignung, die Gramm anbietet. In der Ausbildung lerne man nicht nur viel über Dermatologie und Anatomie, chemische Inhaltsstoffe und Wirkungen von Produkten, sondern auch betriebswirtschaftliche Grundlagen. Genau daran scheiterten viele Kosmetikerinnen, die sich als Einzelkämpferinnen selbstständig machten, berichtet Gramm.

Sechs Kosmetikerinnen hat Joanna Gramm (Mitte vorn) bereits erfolgreich zum Meistertitel geführt. Quelle: privat

Wenn bei einem Bäcker oder einem Friseur das Schild „Meisterbetrieb“ an der Tür hänge, dann wisse der Verbraucher, woran er sei, betont die Kosmetik-Obermeisterin der Innung, der inzwischen 14 Betriebe angehören. Im Kosmetikstudio sei der Meistertitel bislang kaum verbreitet, und die Berufsbezeichnung allein sage wenig über die tatsächliche Qualifikation der Kosmetikerin aus. Deshalb sollten Kunden lieber genau im Vorfeld erkunden, wie lange die Ausbildung ihrer Kosmetikerin gedauert hat.

Pfusch im Kosmetikstudio kann Körperverletzung sein

Schwarze Schafe in der Branche geraten immer wieder in die Schlagzeilen. In Bochum waren im vergangenen Jahr zwei junge Frauen verhaftet worden, die ihren Kundinnen im Kosmetikstudio unerlaubt Lippen aufgespritzt hatten. Ihnen wird jetzt wegen Körperverletzung der Prozess gemacht.

In Niedersachsen können staatliche geprüfte Kosmetikerinnen, die ihren Meister machen, auch noch von 4000 Euro Meisterprämie profitieren, die Förderung wird zudem nicht auf das Aufstiegsbafög angerechnet, das laut Gramm rund 68 Prozent der Kosten der Weiterbildung abdeckt. Auch für Friseurmeister, die ein zweites Standbein suchten, könne die Fortbildung interessant sein.

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