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Aus der Stadt Ehemaliges KZ-Gelände wird für Besucher zugänglich
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Ehemaliges Areal des KZ Ahlem wird durch Baumfällarbeiten für Besucher zugänglich

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21:43 07.12.2019
Spuren des Grauens: Im Boden des Ahlemer Gehölzes finden sich noch Fundamente der KZ-Blöcke. Quelle: Kutter
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Hannover

Sträucher überwuchern die Betonplatten, Baumwurzeln winden sich über die teils geborstenen Betonfundamente im Boden. Das kleine Gehölz am Ahlemer Sportplatz wirkt wie ein verwunschenes Idyll – doch in der NS-Zeit befand sich hier das KZ Ahlem. Jetzt soll das Areal, das teils auf Seelzer Gebiet liegt, für das Gedenken erschlossen werden: „Es wird ein Rundweg angelegt, der zu etwa zwei Dutzend Infostationen führt“, sagt Karljosef Kreter vom Städtischen Team Erinnerungskultur.

US-Soldaten befreiten 1945 in Ahlem ausgezehrte KZ-Häftlinge. Quelle: Region Hannover

Die Stadt hat gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Bürger*innen gestalten ein Mahnmal“ einen Plan zur Freilegung des ehemaligen Lagergeländes erarbeitet. Am 9. Dezember sollen dazu etwa einwöchige Baumfällarbeiten beginnen. Wie die Stadt mitteilt, werden insgesamt 63 Bäume – meist Ahorn und Fichte, aber auch Obstbäume und Kastanien – mit einem Stammdurchmesser von mehr als 20 Zentimeter gefällt. Nach dem Abschluss der Umgestaltung voraussichtlich im Herbst 2020 soll es Ersatzpflanzungen geben.

750 Häftlinge starben hier

Die baulichen Strukturen des Konzentrationslagers sollen danach wieder erkennbar sein, außerdem sollen Wege zu den Infostationen gebahnt werden. „Im Zuge der Arbeiten wird besonders das Gelände des früheren Appellplatzes archäologisch sondiert“, sagt Kreter. Das KZ-Areal befindet sich neben dem 1994 errichteten Mahnmal nahe der Petit-Couronne-Straße. Es liegt hinter einem Zaun und ist bislang nur selten für Besucher zugänglich. Seit Jahren gibt es bereits Pläne, es für die Öffentlichkeit zu erschließen – jetzt werden diese in die Tat umgesetzt.

Von den sieben hannoverschen Konzentrationslagern ist nicht viel erhalten, nur in Ahlem und Stöcken gibt es noch Fundamente der Blöcke im Boden. Im KZ Ahlem wurden zwischen November 1944 und April 1945 rund 1500 Häftlinge hinter elektrischem Stacheldraht gequält. Sie mussten im nahen Asphaltstollen schuften, etwa 750 von ihnen starben. Ein Teil des früheren KZ-Geländes, auf dem die Wäscherei untergebracht war, gehört heute zum benachbarten Sportplatz. Unter den amerikanischen Soldaten, die das KZ am 10. April 1945 befreiten,war auch der spätere US-Außenminister Henry Kissinger.

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