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Aus der Stadt Erbprinz bleibt doch Eigentümer der Marienburg
Hannover Aus der Stadt Erbprinz bleibt doch Eigentümer der Marienburg
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00:16 07.03.2019
Ernst August Erbprinz von Hannover. Quelle: imago/Henning Scheffen
Hannover

Eigentlich wollte er die Marienburg zum symbolischen Preis von einem Euro verkaufen. Jetzt rückt Ernst August Erbprinz von Hannover von diesem Plan fürs erste ab: „Ich habe mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, so lange Eigentümer der Marienburg zu bleiben, bis eine für alle Parteien rechtssichere und gangbare, abschließende Lösung umsetzungsreif ist“, erklärte er. Es sei jetzt das Ziel, Schloss und Inventar so bald wie möglich in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen. „Um dafür gegebenenfalls notwendige Voraussetzungen zu schaffen, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun. Dazu stehe ich mit der Landesregierung weiterhin in einem engen Austausch“, erklärte er.

Der geplante Kauf der Burg durch eine Tochtergesellschaft der Klosterkammer sei vom Tisch, bestätigte auch Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Montag in einer Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Landtages. Thümler erklärte, das Land halte aber dem Ziel fest, die Burg als nationales Kulturdenkmal der Öffentlichkeit zu erhalten. Die Marienburg sei ein kulturelles Highlight Niedersachsen, eine „Höhenburg vom Range Neuschwansteins“. Jetzt strebe man aber die Gründung einer Stiftung an, in die die Immobilie als auch deren Wertgegenstände einfließen sollen. Der Plan, 140 Kunstgegenstände durch das Landesmuseum ankaufen zu lassen, bleibe erhalten wie auch andere Ziele des im November vorgestellten Planes. Nach einem vom früheren Präsidenten des Oberlandesgerichtes Celle, Peter Götz von Olenhusen verfassten Rechtsgutachten, sei Erbprinz Ernst August Junior, der rechtmäßige Eigentümer des Schlosses. Allerdings enthalte sein rechtlicher Status als „befreiter Vorerbe“ auch einige Beschränkungen, die einen vorzeitigen Verkauf des Schlosses berühren.

Im vergangenen November hatten Kulturminister Björn Thümler und Ernst August Erbprinz von Hannover Pläne vorgestellt, nach denen eine Tochter der Klosterkammer die Burg bei Pattensen für einen Euro übernehmen sollte. „Ein Erwerb der Marienburg durch die Liemak GmbH ist nicht länger erforderlich für eine Zukunftslösung“, sagt Ernst August jetzt. Sein Vater hatte das Geschäft torpediert, die Landesregierung hatte den Deal daher auf Eis gelegt.

Die anderen im November 2018 vorgestellten Eckpunkte für die Zukunftssicherung der Burg sollten jedoch umgesetzt werden, teilte der Erbprinz mit. Diese sehen unter anderem vor, dass das Adelshaus etwa 1700 von rund 1800 Kunstwerken auf dem Schloss im Gesamtwert von etwa 6 Millionen Euro in eine gemeinnützige Kulturstiftung Schloss Marienburg einbringen soll. Den Vorsitz der Stiftung soll Ernst August von Hannover übernehmen, das Land soll im Stiftungsrat vertreten sein. Die Welfen behalten also auf der Marienburg einen Fuß in der Tür. Außerdem soll das Land für rund 2 Millionen Euro mehr als 100 Kunstschätze übernehmen.

Lesen Sie auch: Marienburg – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Betrieb soll übernommen werden

„Um schon jetzt den Grundstein für eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft der Marienburg zu legen, soll der Besichtigungs-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb so zügig wie möglich von der Schloss Marienburg GmbH der Unternehmer Carl Graf von Hardenberg und Nicolaus von Schöning übernommen werden“, erklärte der Erbprinz am Montagvormittag. Die Gespräche für den Betriebsübergang seien bereits angelaufen und sollten schnellstmöglich abgeschlossen werden. Damit sei auch die Sicherung der rund 60 Arbeitsplätze auf der Burg verbunden.

Im November schien ihm eine Lösung gefunden, um den Erhalt der Marienburg langfristig zu sichern, sagt Ernst August Erbprinz von Hannover. Dann wurden die Einwände seines Vaters bekannt. „Sie entbehren aus meiner Sicht jeder Grundlage und dürfen zeitnahen Schritten zum Erhalt der Marienburg und ihrer Arbeitsplätze nicht im Wege stehen“, sagt Ernst August junior jetzt. Sein Vater fordert unter anderem die Marienburg zurück, die er seinem Sohn 2004 geschenkt hatte. Aus dem Umfeld des Welfenchefs hieß es, der Vater solle den Sohn sogar verklagen. Unter Verweis auf die unsichere Rechtslage hatte das Land den Deal auf Eis gelegt. Ernst August junior hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass er sich Betrieb und Erhalt der defizitären Marienburg nicht leisten könne, da dieser seine finanziellen Mittel übersteige.

Leitartikel: Lesen Sie hier einen Kommentar des Autors.

Von Simon Benne und Michael B. Berger

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