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Aus der Stadt Ein falscher Klick: Fakeshop im Internet droht Nutzerin mit Inkasso-Büro
Hannover Aus der Stadt Ein falscher Klick: Fakeshop im Internet droht Nutzerin mit Inkasso-Büro
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00:16 18.04.2019
Der Fakeshop Probenheld.de sieht auf den ersten Blick seriös aus, doch es werden Nutzer abgezockt. Das Landeskriminalamt ermittelt in 17 Fällen. Quelle: Screenshot
Hannover

Schnell auf einer Website stöbern, um ein Schnäppchen zu finden: So wie viele andere Internetnutzer hat auch eine 54-jährige Frau aus Wennigsen Ende Januar online einen Einkaufsbummel unternommen, brach die Tour jedoch kurz darauf ohne Einkauf wieder ab – dachte sie zumindest. Doch seit Kurzem erhält die Frau , die anonym bleiben möchte, Mahnungen und sogar Inkassodrohungen: Angeblich soll die 54-Jährige eine Kreditkarte bestellt haben, dafür würden nun fast 100 Euro fällig. Die Verbraucherzentralen kennen die Masche bereits und schlagen Alarm.

Verbraucherzentralen warnen vor Veripay

Passiert ist das Ganze nach Angaben der Geschädigten auf der Website Probenheld.de. Der Internetauftritt wirkt zunächst seriös: Nach der Anmeldung mit E-Mail-Adresse könnten die Mitglieder als Produkttester aktiv sein, heißt es dort. „Ich dachte, ich sehe mir das Angebot einfach einmal an“, sagt die 54-Jährige. Die Betreiber versprechen unter anderem Elektronikartikel, Nahrungsergänzungsmittel und diverse Serviceleistungen, die „viele bekannte Unternehmen und Marken“ zur Verfügung stellen würden. „Es gibt keine Verpflichtungen“, heißt es auf der Website. Für die Wennigserin klang das Angebot verlockend, sie stöberte im Sortiment – aber orderte letztlich nichts.

Kreditkarte für 98 Euro

Das böse Erwachen kam einige Tage später: Sie erhielt eine Mastercard der Firma Veripay, dazu eine Rechnung über 98 Euro. „Außerdem wurde mir die PIN zugeschickt“, sagt die 54-Jährige, „Sie war nicht einmal überklebt und einfach so ablesbar.“ Die Wennigserin widerrief die vermeintliche Bestellung, dennoch kamen weitere Zahlungsaufforderungen und sogar eine Inkassoandrohung. „Das geht zu wie im Wilden Westen“, sagt die Betroffene. Sie versuchte vergeblich, Probenheld.de zu erreichen: „Es ging aber niemand ans Telefon.“ Laut Impressum steckt eine Firma auf der karibischen Insel Dominica hinter der Seite, an anderer Stelle ist von Palma de Mallorca die Rede. Jetzt hofft die 54-Jährige, dass der Gang zur Polizei hilft.

LKA ermittelt in 17 Fällen gegen Probenheld.de

Die Behörden kennen die dubiose Seite und Veripay, zudem berichten zahlreiche Geschädigte in Internetforen über den sogenannten Fake-Shop. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnte im Juli 2018 vor Probenheld.de, damals erhielt ein Nutzer aus Braunschweig ohne Einverständnis kostenpflichtige Pakete per Nachnahme. Auf onlinewarnungen.de, dem Verbraucherschutzportal des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, schreibt ein Nutzer von ähnlichen Veripay-Erfahrungen wie jetzt in Wennigsen. Laut Landeskriminalamt (LKA) wird in Niedersachsen derzeit in 17 Fällen gegen Probenheld.de ermittelt. Ein Problem: Der Anbieter verschleiert mit Schutzmechanismen seinen Standort. Deshalb könne der Auftritt auch nicht einfach abgeschaltet werden. „Anfragen an ausländische Ermittlungsbehörden können Wochen bis Monate dauern“, sagt LKA-Sprecherin Katrin Gladitz. Ob dies zumindest geplant sei, kann sie nicht sagen.

Stattdessen mahnt die Sprecherin zur Vorsicht beim Onlineshopping, auch wenn sogenannte Fake-Shops „nicht immer sofort zu erkennen“ sind. Gladitz empfiehlt, sich vor der Registrierung im Netz zu informieren. „Hierdurch lassen sich schon schnell negative Bewertungen herausfinden“, sagt sie. „Einzelne Browser und Antivirenprogramme bieten inzwischen auch schon Informationen über als gefährlich gemeldete Seiten an.“

Dubiose Onlineshops vorher überprüfen

Ein weiteres Indiz für Fake-Shops sei zudem oft, dass deren Angebote zu gut sind, um wahr zu sein. Opfern rate das LKA davon ab, die Forderungen zu bezahlen, sagt Gladitz. Vielmehr sollte umgehend Betrugsanzeige erstattet werden.

Weiterführende Tipps und Hinweise zu dem Thema bietet die Polizei auf ihrer Präventionsseite.

Von Peer Hellerling

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