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Aus der Stadt 126 Beamte, 22 Fahrzeuge, 46 Ruheräume: Neue Feuerwache ist im Dienst
Hannover Aus der Stadt

Hannover: Feuerwache 3 ist offiziell eröffnet

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01:08 10.10.2019
Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette (v.l.), Feuerwehrchef Dieter Rohrberg, Karin Hardekopf von der Baufirma Papenburg, Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski und Architekt Bernd Paliga-Könneke bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Sie ist hell, weitläufig und modern: die neue Feuer- und Rettungswache 3 (FRW 3) an der Lange-Feld-Straße in Hannover-Kirchrode. Die Retter hatten zwar bereits am 1. Oktober ihre Arbeit am neuen Standort aufgenommen, an diesem Mittwoch wurde er nun auch offiziell mit einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnet. Fast 130 Einsatzkräfte und 22 Fahrzeuge sind von nun an im Südosten stationiert. Nach Angaben der Ersten Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette entspricht das Gebäude endlich wieder „den Ansprüchen einer modernen Großstadtfeuerwehr“.

Die Feuerwache 3 in Kirchrode ist die neueste der insgesamt fünf Standorte der Berufsfeuerwehr Hannover. Seit dem 1. Oktober ist sie in Betrieb, an diesem Donnerstag wurde sie auch offiziell eröffnet. Die HAZ durfte einen Blick ins Innere des 25-Millionen-Euro-Baus werfen.

Und das hat seinen Grund: 82 Jahre lang waren die Brandschützer an der Wache Jordanstraße/Ecke Lindemannallee untergebracht. Das Gebäude gilt inzwischen als marode, außerdem sind die Räumlichkeiten völlig beengt und veraltet. Der starke Verkehr erschwerte darüber hinaus das Ausrücken. Das Atemschutzzentrum der Berufsfeuerwehr, das beispielsweise in der Südstadt untergebracht ist, stammt noch von 1938. „Das ist natürlich längst nicht mehr ausreichend“, sagte Hannovers Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski. In der Südstadt sind die Räume längst zu klein geworden, angesichts „immer komplexer werdender Gefahrenlagen“ gebühre modernster Technik „zunehmend größere Bedeutung“.

Feuerwache wird Teil der Interschutz 2020

In dem Bereich, in dem die Retter nicht nur die Arbeit mit Luftflasche und Maske trainieren, wird das Equipment auch gewartet. „Es muss jederzeit zu 100 Prozent funktionieren“, sagte Rzyski. Nach jedem Einsatz werden die Gerätschaften geprüft, das macht rund 15.000 Tests im Jahr. Zudem müssen alle 6000 Luftflaschen der Feuerwehr regelmäßig befüllt werden. Rzyski: „Die Ausrüstung ist ein wichtiger Baustein in der Lebensversicherung unserer Feuerwehrleute.“

Nach der Fertigstellung soll in Kirchrode Europas modernstes Atemschutzzentrum stehen, nicht zuletzt deshalb werde die FRW 3 bei der Feuerwehrmesse Interschutz 2020 in Hannover eine große Rolle als Exponat spielen.

Die neue Feuerwache 3 ist seit dem 1. Oktober in Betrieb, jetzt wurde sie auch offiziell übergeben. Quelle: Peer Hellerling

Auch Dieter Rohrberg zeigte sich erfreut über die neue Wache – der Eröffnungstermin war gleichzeitig sein erster offizieller Auftritt als neuer Feuerwehrchef. „Obwohl das Gebäude so groß ist, wirkt es unauffällig und ist durch die Glasfront offen gehalten“, sagte er. Beim Bau der langgestreckten FRW 3 wurde darauf geachtet, dass trotz der unterzubringenden 126 Beamten, 22 Fahrzeuge inklusive Gefahrgut-Gefahrenabwehr und Zusatzräume kein riesiger Klotz neben Wiesen und Kleingärten entsteht. Aber: Trotz optischer Zurückhaltung mussten drei benachbarte Parzellen für die zweite Ausfahrt Richtung Bemeroder Straße weichen.

Eröffnung mit sechs Monaten Verspätung

Wie groß die Wache tatsächlich ist, zeigen die Zahlen: Die Nutzungsfläche beträgt 5780 Quadratmeter, im Inneren gibt es im zweiten Stock 46 Ruheräume für die Einsatzkräfte, dazu eine Kantine, Fitness- und Aufenthaltsräume plus begrünte Dachterrassen. Dazu kommen ab Ende Oktober das neue Atemschutzzentrum und Werkstätten – diese sind derzeit weiter in der Jordanstraße untergebracht, weil die Arbeiten in Kirchrode noch nicht ganz fertig sind. Ohnehin war das gesamte Projekt in Verzug, ursprünglich sollte die Wache bereits am 1. April ihre Arbeit aufnehmen – es kam allerdings unter anderem wegen Schadstoffen im Boden zu sechs Monaten Verspätung.

Die Feuerwache 3 an der Ecke von Jordanstraße und Lindemannallee war 82 Jahre lang das Zuhause der Brandschützer in der Südstadt. Doch das Gebäude ist über die Jahrzehnte zu klein geworden, außerdem ist es an vielen Stellen marode. Wie es nach dem Auszug der Feuerwehr weitergehen soll, ist noch ungewiss.

Die FRW 3 ist nach dem Hauptstandort am Weidendamm bereits die zweite Wache Hannovers, die in Kooperation mit einem privaten Partner entstanden ist. Die Deutsche Messe AG beteiligt sich laut Vorstandsmitglied Andreas Gruchow jährlich mit einem „erheblichen Teil“ am Unterhalt der 25 Millionen Euro teuren Wache, im Gegenzug stellen die städtischen Retter den Brandschutz auf dem Ausstellungsgelände sicher. „Pro Jahr haben wir rund 200 Einsätze“, sagte Gruchow, „es ist aber seltenst etwas Ernstes.“ Vor sechs Jahren begannen die Überlegungen zur Kooperation, weil die Werksfeuerwehr der Messe zunehmend Nachwuchsprobleme bekam. Gruchow: „Da hat es sich für uns gut gefügt, dass Wache 3 in die Jahre gekommen war.“

Keine Nachteile durch den Umzug

Feuerwehrchef Rohrberg betonte aber, dass durch den Umzug von der Südstadt in die zwei Kilometer entfernte Lange-Feld-Straße kein Nachteil für die Hannoveraner entsteht. „Der Brandschutz ist nach wie vor gewährleistet“, sagte er. Vielmehr folge der neue Standort der städtischen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten, in denen zunehmend neue Wohngebiete im Südosten entstanden. Das gesamte Zuständigkeitsgebiet und das neu hinzugekommene Messegelände sei von der FRW 3 aus perfekt zu erreichen. Dezernentin Rzyski wünschte daher abschließend allen Rettern eine „allzeit gute Heimkehr“.

Zukunft der alten Wache 3 ungewiss

Mit dem Standortwechsel von der Südstadt nach Kirchrode rückt das Ende der alten Feuerwache 3 an der Jordanstraße näher. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1937, inzwischen war es für die modernen Anforderungen der Brandschützer nicht mehr geeignet. Während die Löschzüge seit dem 1. Oktober am neuen Standort untergebracht sind, bleiben an der Jordanstraße vorerst noch Teilbereiche der Feuerwehr zurück.

Ende Oktober, wenn die letzten Arbeiten an der Lange-Feld-Straße abgeschlossen sind, sollen das Atemschutzzentrum und Werkstätten nach Kirchrode wechseln. In der Südstadt werden dann nur noch Büros untergebracht sein, solange die neue Feuerwache 1 am Weidendamm nicht gänzlich fertiggestellt ist. Stadtsprecher Dennis Dix teilte auf HAZ-Anfrage mit, dass die Jordanstraße „noch bis ins nächste Jahr“ als Feuerwehrstandort genutzt wird.

Was dann aus dem alten Gebäude werden soll, ist dagegen noch immer ungewiss. Innerhalb der Politik dauern die Diskussionen weiter an, ob nach CDU-Plänen ein Kulturzentrum oder nach Vorschlag der SPD Sozialwohnungen entstehen sollen. Die Grünen brachten zuletzt eine Mischung aus beidem ins Spiel. Fest steht nur: Das Gebäude muss vorher komplett saniert werden. Die Bausubstanz ist marode, es gibt zahlreiche feuchte Wände.

Von Peer Hellerling

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