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Aus der Stadt Frank Hanebuth weist Schutzgeld-Vorwürfe zurück
Hannover Aus der Stadt Frank Hanebuth weist Schutzgeld-Vorwürfe zurück
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00:18 24.11.2018
Frank Hanebuth bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, an einer Schutzgelderpressung beteiligt zu sein. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat weitere Details zur Durchsuchungsaktion am Dienstag bei Frank Hanebuth in Bissendorf-Wietze bekanntgegeben. Demnach habe sich die mutmaßliche Schutzgelderpressung am 19. April in Geschäftsräumen in Langenhagen ereignet. Die Verdächtigen sollen ihr Gegenüber zweimal geschlagen haben, Hanebuth soll währenddessen anwesend gewesen sein – er habe den Geschäftsmann aber nicht attackiert. „Die gesamte Erpressung soll sich seit Anfang 2018 zugetragen haben“, sagt Oliver Eisenhauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die sechs Männer sollen nach seinen Angaben 5000 Euro gefordert haben und im Zusammenhang mit den Hells Angels stehen.

Der Geschädigte selbst habe aber keine Anzeige erstattet. „Unsere Informationen kommen von einer anderen Seite“, so Eisenhauer. Genauer wird der Staatsanwalt auch auf Nachfrage nicht. Doch dieser Umstand und vorangegangene Ermittlungen seien der Grund dafür, dass mehrere Monate zwischen mutmaßlichem Übergriff und Durchsuchung lagen. Weitere Erpressungen seien nicht bekannt. Neben dem Haus des hannoverschen Hells-Angels-Charters North Gate wurden vier weitere Wohn- und Geschäftsräume in Hannover, Bad Münder sowie Langenhagen durchsucht.

Frank Hanebuth weist die Anschuldigungen von sich. „Das stimmt alles so nicht“, sagt er gegenüber der HAZ. Mit Schutzgelderpressung habe Hannovers Hells-Angels-Chef nichts zu tun. „Ich stehe für das genaue Gegenteil“, so Hanebuth. Weiter kommentieren will er die Ermittlungen auf Anraten seines Anwalts, Michael Nagel, aber momentan nicht. Der versierte Strafverteidiger ergänzte am Mittwoch: „Ich gehe davon aus, das wir die Vorwürfe entkräften und ausräumen werden.“ Staatsanwalt Eisenhauer wiederum schweigt „aus ermittlungstaktischen Gründen“ dazu, ob bei der Razzia etwas gefunden wurde oder das Opfer Angaben zur mutmaßlichen Schutzgelderpressung macht.

Ermittlungen in Spanien dauern an

Die jetzige Durchsuchung erinnert an die Polizeiaktion im Mai 2012. Damals stürmte unter anderem die Eliteeinheit GSG 9 das Anwesen von Hanebuth. Die Polizei ging dem Verdacht nach, der Hells-Angels-Chef habe von Hannover aus grünes Licht für die Tötung eines Konkurrenten in Kiel gegeben – das hatte ein Aussteiger behauptet. Die Leiche des Opfers fand die Polizei aber nie, ein Jahr später wurden die Ermittlungen gegen den mittlerweile 54-Jährigen eingestellt. Allerdings wurde er kurz darauf im Sommer 2013 auf Mallorca festgenommen, Hanebuth saß zwei Jahre lang in Untersuchungshaft. Die spanische Polizei ermittelt unter anderem wegen Drogenhandels, Zwangsprostitution und Geldwäsche gegen ihn und rund 50 weitere Personen, die Untersuchungen sind nach wie vor nicht abgeschlossen.

Von Peer Hellerling und Tobias Morchner

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