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Aus der Stadt Erster Frauenmarsch in Hannover: „Es geht nicht mehr nur um Frauenrechte.“
Hannover Aus der Stadt Erster Frauenmarsch in Hannover: „Es geht nicht mehr nur um Frauenrechte.“
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00:17 22.01.2019
Der Teilnehmer des Umzugs bahnen sich in Begleitung einer Polizeieskorte mit ihren Plakaten, Schildern und Bannern den Weg vom Kröpcke über die Georgstraße bis zum Neuen Rathaus. Quelle: Ingo Rodriguez
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Hannover

Es ist zwar ein weltweit bekannter Frauenmarsch zur Einforderung der Gleichberechtigung und femininer Rechte. An der Premiere des „Women’s March“ in Hannover haben am Sonnabend aber auch zahlreiche Männer und Kinder teilgenommen – darunter Senioren, Homosexuelle, Schüler und junge Familien mit Kleinkindern. Auf ihrem Umzug vom Kröpcke über die Georgstraße bis hin zum Neuen Rathaus demonstrierten rund 200 Teilnehmer für Toleranz, Menschenrechte und Solidarität aller Weltbürger und gesellschaftlichen Gruppen untereinander. In Begleitung einer Polizeieskorte und ausgestattet mit bemalten Schildern, Plakaten sowie bedruckten Bannern marschierten die friedlichen Protestler etwa 30 Minuten lang durch die Innenstadt.

Die Bilder des Frauenmarschs

Bei der ersten Auflage des Frauenmarsches in Hannover haben rund 200 Teilnehmer für Gleichberechtigung demonstriert. Auch Männer und Kinder forderten mehr Toleranz ein.

Bevor sich der Umzug gegen 11.15 Uhr vom Kröpcke aus in Bewegung gesetzt hatte, war den beiden Initiatorinnen Serena Sylvia Mout und Jen Thomsen Vorfreude anzumerken. „Das wird ein Spaziergang mit Freunden“, sagte Mout und fasste damit auch den gewünschten Charakter der Veranstaltung zusammen. Begonnen habe der Women’s March 2017 in Washington als Reaktion auf die frauenfeindlichen Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump. „Inzwischen geht es nicht mehr nur um Frauenrechte. Wir setzen uns auch auch für Frieden und Menschenrechte ein. Der Marsch soll auch die gemeinsame Ablehnung von Rassismus und Diskriminierung jeder Art ausdrücken“, sagte Mout.

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Es ist der erste „Women’s March“ in Niedersachsen

Seit dem ersten Women’s March in Washington hat sich die Aktion zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Jahr für Jahr werden die Märsche in vielen Großstädten von etlichen Menschen begleitet. Auch in Hamburg und Berlin gingen am Sonnabend Hunderte Menschen auf die Straße, um sich gemeinsam für Gleichberechtigung einzusetzen. „In Niedersachsen gab es bislang aber noch keinen Frauenmarsch, deshalb haben wir jetzt die Premiere in Hannover organisiert“, sagte Mout. Ihre Aufrufe über die sozialen Netzwerke hatten viele Menschen erreicht – darunter zahlreiche Vertreter feministischer Grundhaltungen, aber auch Fürsprecher anderer gesellschaftlichen Gruppen. „Ich setze mich auch für Homosexuelle und Transsexuelle ein“, sagte eine junge Frau aus Hannovers Nordstadt.

„Omas gegen rechts“ sind auch dabei

Gekommen waren zu dem Marsch auch die „Omas gegen rechts“ – eine Gruppe, die sich erst im November in Hannover gegründet hatte. „Wir lehnen Rechtsextremismus ab, aber wir setzen uns auch für Vielfalt in der Gesellschaft ein. Wir sind generell für eine bessere Welt, also völlig sozialromantisch“, sagte die Mitbegründerin Petra Kostka. Klassische feministische Gründe hatte die 24-jährige Verena Mengel für ihre Teilnahme: „Die Gleichberechtigung der Frauen muss noch mehr zunehmen. Frauen sollen auch nicht mehr unter plumpen Anmachen leiden. Aber auch Männer dürfen nicht auf ihr Rollenbild reduziert werden“, sagte die junge Frau.

Die Initiatorinnen zeigten sich nach der Schlusskundgebung vor dem Neuen Rathaus zufrieden. „Wir haben heute viele verschiedene Menschen und gesellschaftliche Gruppen zusammengebracht“, sagte Mout.

Der Teilnehmer des Umzugs bahnen sich in Begleitung einer Polizeieskorte mit ihren Plakaten, Schildern und Bannern den Weg vom Kröpcke über die Georgstraße bis zum Neuen Rathaus. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez