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Aus der Stadt Fußball-Talent gesteht Betrug in großem Stil vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Fußball-Talent gesteht Betrug in großem Stil vor Gericht
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17:53 01.03.2019
Markus V. hatte auf Anraten seines Rechtsanwalts Marco Neumann vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Quelle: Thomas Nagel
Hannover

Vor dem Landgericht Hannover muss sich derzeit ein 27-Jähriger wegen Betruges verantworten, der in seiner Jugend als großes Fußballtalent galt. Markus V. kam, nach Angaben seines Anwalts Marco Neumann, bereits als 15-Jähriger ins Fußballinternat von Stoke City, wurde dann in der Jugend vom FC St. Pauli und von Eintracht Braunschweig verpflichtet. Als der Traum einer Profi-Karriere nach einer Verletzung platzte, geriet V. auf die schiefe Bahn.

„Es gab für ihn keinen Plan B, gleichzeitig wollte er aber seinen gewohnten Lebensstandard halten“, sagte Verteidiger Neumann der HAZ. Mithilfe seiner Freundin, die bei einer Versicherung arbeitet, fälscht er Überweisungsträger und schafft so rund 60.000 Euro zur Seite. Zudem beantragt er mit gefälschten Dokumenten Kredite, zwei Mal in Höhe von 30.000, einmal in Höhe von 58.000 Euro. Markus V. wurde überführt, während er noch wegen ähnlich gelagerter Betrugsdelikte auf Bewährung war. Im Vorfeld der Verhandlung von Freitag hatte sich der Verteidiger des Angeklagten mit dem Gericht verständigt. Markus V., der bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2018 für den SV Dedensen in der Kreisliga 2 auflief und dort in einer Saison 74 Tore erzielte, sollte reinen Tisch machen und alle ihm zur Last gelegten Taten gestehen. Im Gegenzug soll er für seine neuerlichen Betrügereien vier Jahre und sechs Monate in Haft. „Über die mögliche Verständigung soll voraussichtlich am 21. März entschieden werden“, sagt der Strafverteidiger Marco Neumann.

SV Dedensen steht zu dem Spieler

Die Verantwortlichen beim SV Dedensen haben sich die vergangenen Monate hinter den Spieler gestellt. Um den Torjäger und vor allem den Menschen Markus V. zu schützen, hatte der Klub die Abwesenheit des Sportlers mit einer Verletzung erklärt. „Wir waren alle sehr überrascht von den Vorgängen um Markus und mussten uns auch erstmal ein Bild machen. Ohne ihn gleich an den Pranger zu stellen und abzuurteilen“, sagt Trainer Sascha Pohle. Gerüchte um V. machten in der Amateurfußballszene zwar die Runde, aber niemand im Verein wollte den jungen Mann, den auf den Platz alle als vorbildlichen Sportsmann schätzen, vorverurteilen.

„Natürlich heißen wir in keiner Weise gut, was er getan hat“, betont Pohle. „Aber seit er bei uns ist, hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil, er ist ein absoluter Gewinn für unsere Mannschaft, menschlich und sportlich. Und aus unserer Sicht hat er eine zweite Chance verdient. Wir reichen ihm die helfende Hand, die er sicher nötig hat. Der Fußball kann ihm helfen, das steht fest.“ Pohle wählt den Vergleich mit Uli Hoeneß und Bayern München, „dieser Vergleich mag ein bisschen hinken, aber klar ist, das Markus bei uns eine sportliche Heimat hat und wir ihn in jeglicher Hinsicht unterstützen werden“.

Von Nicola Wehrbein und Tobias Morchner

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