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Aus der Stadt Hakenkreuze auf dem Weihnachtsmarkt
Hannover Aus der Stadt Hakenkreuze auf dem Weihnachtsmarkt
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17:36 12.12.2018
Ein Schmuckverkäufer auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt hat Ketten mit Hakenkreuzen angeboten. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Ein Stand auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt ist in den Fokus von Stadt und Polizei gerückt. Der Händler verkauft Armbänder, auf die kleine Hakenkreuze als Schmuck aufgefädelt sind. Ermittlungsbehörden und Landesverband der jüdischen Gemeinden sehen darin verfassungsfeindliche Symbole, der Verkäufer spricht von der hinduistischen Swastika. Stadt und Polizei haben dem Mann inzwischen verboten, die Armbänder anzubieten.

Nachdem sich am Wochenende die Beschwerden über die Hakenkreuz-Armbänder gehäuft hatten, stattete die Polizei dem Mann einen Besuch ab. „Ihm wurde untersagt, die Ware weiterhin zu verkaufen“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Zudem forderte die Verwaltung den Händler auf, die Armbänder aus dem Sortiment zu nehmen. „Mitarbeiter des städtischen Marktwesens schauen regelmäßig vorbei, um sich davon zu überzeugen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Nach Angaben der Verwaltung habe der Standbetreiber das Verbot akzeptiert. Allerdings beruft er sich weiterhin auf die hinduistische Lehre. „Hindus und Buddhisten verehren die Swastika als Sonnenrad und als Symbol des Glücks und der Kraft“, sagte er der Neuen Presse, die zuerst über den Fall berichtet hatte. „Die Nazis haben es für ihre Zwecke nur zweckentfremdet.“ Michael Fürst, Präsident der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, ist empört über diese Einstellung: „Diese Sichtweise ist Quatsch“, sagt Fürst. „Er verkauft Hakenkreuze, Punkt.“ In Deutschland handle es sich um ein verbotenes Symbol. „Damit muss er sich zurecht finden“, so Fürst.

Gegenüber der Polizei habe der Händler laut Behördensprecher Hasse angegeben, ein neun Jahre altes Schreiben des Amtsgerichts Aurich zu besitzen, das ihm den Verkauf der Symbole erlaube. „Der Fall ist an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden“, sagt Hasse. Diese soll nun klären, ob der Verkauf strafbar ist. Seitens der Stadt ist der Vorfall vorerst ebenfalls erledigt. „Solange sich der Händler an das Verkaufsverbot hält, drohen ihm städtischerseits derzeit keine Konsequenzen“, so Dix. Für Fürst geht das nicht weit genug: „Die Behörden hätten die Armbänder auch beschlagnahmen sollen.“

Von Peer Hellerling

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