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Aus der Stadt Hunde in überhitztem Auto gelassen: Polizei erteilt dem Besitzer Standpauke
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Hannover: Hunde im Auto gelassen: Polizei erteilt Mann gehörige Standpauke

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00:24 22.06.2019
Die beiden Hunde mussten ohne Wasser im warmen Golf ausharren. Der Besitzer hatte lediglich die Seitenfenster etwas geöffnet.
Die beiden Hunde mussten ohne Wasser im warmen Golf ausharren. Der Besitzer hatte lediglich die Seitenfenster etwas geöffnet. Quelle: Hannover-Reporter
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Hannover

Schon am frühen Mittwochmorgen sind Helfer der Polizei und Feuerwehr Hannover zu ihrem ersten Hitzeeinsatz des Tages gerufen worden. Ein 59-jähriger Mann hatte seine beiden Hunde gegen 8 Uhr im Auto gelassen, nachdem er den Wagen auf dem Parkdeck der Ernst-August-Galerie abgestellt hatte. Übergangsweise versorgte die Feuerwehr die Vierbeiner mit Wasser. Kurz bevor die Einsatzkräfte die Hunde endgültig befreien wollten, kehrte der Besitzer zurück – und bekam von der Polizei ordentlich die Leviten gelesen.

„Das ist doch nicht artgerecht!“

„Die Hunde haben Wasser gesoffen, als wäre es das erste, was sie seit drei Tagen trinken“, belehrte der Beamte den 59-Jährigen in ernstem Ton. Als die Polizei eintraf, hätten im Parkhaus 30 Grad geherrscht, die beiden Hunde „mit der Zunge auf halb acht“ im Fußraum des Golfs gelegen: „Das ist doch nicht artgerecht!“ Der Halter versuchte sich zu rechtfertigen, dass seine Tiere grundsätzlich japsen. Außerdem sei alles Wichtige im Kofferraum des Wagens. „Es geht darum, dass die Hunde da rankommen“, entgegnete der Polizist.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Stunden vergangen. „Eine Mitarbeiterin hatte die Hunde bemerkt und uns sofort alarmiert“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse auf HAZ-Anfrage. Anfangs seien die Temperaturen zwar noch auszuhalten gewesen, doch mit der Zeit wurde es im VW Golf immer heißer. „Das Auto stand zunehmend in der Sonne“, sagt Hasse. „Die beiden waren wegen der Hitze schon deutlich am hecheln.“ Die Beamten riefen deshalb noch die Tierretter der Feuerwehr dazu.

Feuerwehr versorgt Hunde mit Wasser

„Wir konnten die Hunde durch eine teilweise geöffnete Fensterscheibe versorgen“, sagt Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer. Aufgrund der frühen Uhrzeit sei der Einsatz noch nicht allzu dramatisch gewesen, „sonst hätten wir gleich mehr unternommen“. Die Retter reichten den Vierbeinern Wasser und hätten die Tiere beinahe auch befreit, wenn der 59-Jährige gegen 10 Uhr nicht eigenmächtig zum Auto zurückgekehrt wäre.

Die Polizisten gaben dem Mann aus Uetze deutlich zu verstehen, dass sein Verhalten unverantwortlich gewesen ist. „Tun Sie mir einen Gefallen und lassen Sie die Hunde jetzt erst einmal aus dem Auto“, sagte der Beamte zum 59-Jährigen. Möglicherweise steht laut Ermittlern ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz im Raum. Laut Hasse könnte es zudem nun unter Umständen sein, dass der Hundebesitzer Post vom Veterinäramt bekommt. Dieses prüft dann, ob der 59-Jährige in der Lage ist, Hunde zu führen.

Auto heizt sich auf mehr als 50 Grad auf

Autos heizen sich in der Sonne extrem schnell auf. Selbst wenn anfangs im Inneren bloß 24 Grad Celsius herrschten, können die Temperaturen im direkten Sonnenlicht binnen kürzester Zeit auf über 50 Grad Celsius steigen. „Kinder und Tiere dürfen niemals im Wagen gelassen werden“, sagt Feuerwehrsprecher Meyer.

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Von Peer Hellerling