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Aus der Stadt Rückruf bei Herzschrittmachern – Hunderte Hannoveraner betroffen
Hannover Aus der Stadt Rückruf bei Herzschrittmachern – Hunderte Hannoveraner betroffen
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00:18 16.02.2019
Hannover: Klinikum Region Hannover. Krankenhaus Siloah. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Für die Betroffenen ist es eine schockierende Nachricht: Mehrere Hundert Herzpatienten aus der Region Hannover haben Herzschrittmacher implantiert bekommen, die möglicherweise im Ernstfall nicht funktionieren. Das Unternehmen Medtronic, einer der weltweit führenden Hersteller von Herzschrittmachern, ruft in einer groß angelegten Aktion Geräte bestimmter Produkttypen zurück. Weltweit soll es sich dabei um 157.000 verkaufte Herzschrittmacher handeln. Das Klinikum Region Hannover hat bereits 590 Patienten angeschrieben. Zudem sind 70 Patienten betroffen, die in der MHH einen Herzschrittmacher bekommen haben.

Wie zuerst der NDR berichtete, sollen vermutlich alle Herzzentren in Deutschland die fehlerhaften Medtronic-Geräte eingesetzt haben. Es handelt sich danach um Modelle, die zwischen März 2017 und Januar 2019 implantiert worden sind. Wie Chefarzt Prof. Andreas Franke vom KRK Klinikum Siloah erklärt, führe ein Fehler in den Geräten dazu, dass Signale des Herzens falsch interpretiert würden. In der Folge würden dann womöglich keine Impulse ausgelöst. „Sprich: Der Herzschrittmacher macht nicht das, was er tun sollte, nämlich das Herz antreiben.“

Noch keine Todesfälle

Der Hersteller Medtronic verweist in einer schriftlichen Stellungnahme darauf, dass es zu so einer Simulationspause nur „in sehr seltenen Fällen und nur unter bestimmten Voraussetzungen“ kommen könne. Bislang seien lediglich vier Fälle bekannt, in denen Patienten ohnmächtig geworden seien. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.

Beim Regionsklinikum Hannover sind Patienten betroffen, die im Siloah, im Robert-Koch-Klinikum Gehrden, in Neustadt, im Laatzener Agnes-Karll-Krankenhaus sowie in Lehrte einen womöglich fehlerhaften Herzschrittmacher eingesetzt bekommen haben. „Wir haben sie darüber bereits informiert“, sagt Steffen Ellerhoff, der Sprecher des Klinikums. Die Patienten sollten sich möglichst bald zu einer Kontrolle bei ihrem Kardiologen oder in den Schrittmacherambulanzen melden. Rund 100 von ihnen hätten bereits Kontakt mit dem Klinikum aufgenommen, sagt Ellerhoff.

Häufig reicht wohl „Software-Update“ aus

Der Klinikums-Sprecher geht davon aus, dass in vielen Fällen ein Software-Update mittels einer auf den Brustkorb aufgelegten Induktionsspule ausreiche, um den Schaltkreisfehler zu beheben. Medtronic arbeite bereits an einer entsprechenden Software. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass fehlerhafte Geräte wieder entfernt und neue implantiert werden müssen, sagte er der HAZ.

Wie der NDR berichtet, plädiert die Niedersächsische Ärztekammer dafür, das staatliche Kontrollsystem zu verbessern. Demnach sprach sich Ärztekammer-Sprecher Thomas Spieker dafür aus, solche Medizinprodukte von Prüfunternehmen wie dem TÜV kontrollieren und testen zu lassen.

Von Simon Benne

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