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Aus der Stadt Ihmekrippe muss womöglich doch nicht ans andere Ende der Stadt
Hannover Aus der Stadt Ihmekrippe muss womöglich doch nicht ans andere Ende der Stadt
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00:20 28.02.2019
Eltern der sanierungsbedürftigen Ihmekrippe protestieren vor dem Rathaus dagegen, dass ihre Kinder täglich per Shuttle in eine Ausweichkita am anderen Ende der Stadt gefahren werden sollen. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Hoffnung für die Eltern der Ihmekrippe: Nach Angaben der Verwaltung werden zurzeit noch einmal alle Möglichkeiten geprüft, um den Umzug der städtischen Krippe in eine Ausweichkita am anderen Ende Hannovers zu verhindern. Das Kultusministerium habe zunächst alle anderen Vorschläge der Stadt mit Verweis auf gesetzliche Standards kategorisch abgelehnt, sagte Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski am Montag im Jugendhilfeausschuss. Mit Blick auf die schwierige Situation für Eltern und Kinder, die monatelang per Shuttlebus in die derzeit geplante Ausweichkita und zurück pendeln müssten, würden jetzt im Kultusministerium noch einmal mehrere Varianten geprüft. Möglicherweise gebe es doch noch gesetzliche Spielräume. Noch vor rund einer Woche hatte die Stadt betont, dass der Umzug dorthin ohne Alternative sei.

In der Kinderkrippe im Ihme-Zentrum in Hannover ist eine Wasserleitung leck geschlagen – und niemand hat es gemerkt. Die Folge: Massiver Schimmelbefall. Nun müssen die Kinder umziehen.

Leerstehende Bürofläche im Ihmezentrum ist nicht geeignet

Die Kinderkrippe ist nach einem Wasserrohrbruch so schlimm von Schimmel befallen, dass die Räume für eine Totalsanierung gesperrt werden müssen. Sie soll, so Rzyski, drei bis vier Monate dauern. Problematisch für die Eltern ist vor allem die Ausweichmöglichkeit, sie liegt weit weg, in der Dresdener Straße in Vahrenheide. Welche anderen Standorte jetzt möglicherweise doch zur Disposition stehen, wollte Rzyski nicht sagen. Eine 300 Quadratmeter große Bürofläche im Ihmezentrum schräg über der Krippe ist aber nicht darunter. Eltern aus der Ihmekrippe hatten sie ins Spiel gebracht, Gebäudeverwalter Torsten Jaskulski hatte den Leerstand bestätigtund angeboten, zwischen Eigentümer Intown und Stadt zu vermitteln. Nach Angaben von Rzyski ist es aber nicht möglich, die Räume so herzurichten, dass eine Krippe dort einziehen kann. Mehrere Mütter hatten in dem Ausschuss geschildert, wie problematisch es sei, wenn ihre Kinder täglich anderthalb Stunden per Bus durch den Berufsverkehr kutschiert würden. Manche Familien hätten kein Auto, die Kinder hätten so lange Fahrten angeschnallt noch nie erlebt. Auch vor dem Rathaus demonstrierte die Krippe und forderte auf Plakaten „Kurze Wege für die Kurzen“.

Mehrheitsbündnis stellt Dringlichkeitsantrag

Allein der logistische Aufwand beim Shuttle sei absurd, sagte Patrick Döring (FDP) in dem Ausschuss. Man stelle sich vor, wie lange es dauere, 35 Kinder in Kindersitzen anzuschnallen, schon das sei ein tagesfüllendes Programm. Die Mehrheitskoalition forderte die Verwaltung in einem Dringlichkeitsantrag auf, die Suche nach einem alternativen Ausweichstandort zu intensivieren: Auch Varianten die „nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen“ sollten berücksichtigt und gegebenenfalls Ausnahmegenehmigungen erwirkt werden. Für Eltern, Kinder und Verwaltung sei die Dresdener Straße das Worst-Case-Szenario, sagte Christopher Finck (SPD) in dem Ausschuss. Dem einstimmig beschlossenen Antrag zufolge soll zudem spätestens Anfang August eine Lösung in Linden bereitstehen.

Eine endgültige Entscheidung über den Standort der Ausweichkita, so hofft Rzyski, soll bereits Mitte dieser Woche, also zum geplanten Zeitpunkt des Umzug der Ihmekrippe fallen. Einen mehrmaligen Umzug der Krippe schloss die Dezernentin aus.

Von Jutta Rinas

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